Venedig – Praktischer Modeschmuck aus der Küche

Bella Italia: Pizza, Pasta, Pomodori. Kulinarisch ist Italien in der Weltrangliste ganz oben. Italien ist aber nicht nur für heiße Küche bekannt, sondern auch für die Mode. Dass dabei bald auch Kochlöffel auf den Laufsteg kommen könnten, verwundert  in Venedig bald keinen mehr.


Venedig: Eintrag No. 1 – Plastiktöpfe en vogue

Foto: kawe

Foto: kawe

„Die alten Gebäude um die Kanäle herum verfallen bald ganz“, „die Kanäle sind schon grün vor Dreck.“ Kommentare von Touristen,  die den Charme der Lagunenstadt einfach nicht verstehen können. Die teils verfallenen bunten Häuser laden in eine vergangene Welt der Maskenbälle und glücklichen famiglia ein, die Kanäle zu romantischen Gondelfahrten in der italienischen Stadt der Liebe. Auf dem Markusplatz wimmelt es nur so von Menschen, die die Atmosphäre einer außergewöhnlichen Stadt, die auf Stelzen steht, genießen. Außergewöhnlich wie die Menschen, die einem über den Weg laufen.

Eine Gondel fährt an uns vorbei, verbirgt den Weg auf der anderen Seite des Kanals. Einige Sekunden später ist sie weg, öffnet den Blick auf die andere Seite des Kanals. Dutzende von asiatischen Touristen stehen dort, schauen durch die Linsen ihrer High-Tech-Kameras und scheinen jeden Millimeter um sich herum erfassen zu wollen. Klick. Klick. Klick. Ob sie dabei überhaupt einmal den Anblick der Stadt genossen haben? Ohne durch die elektronische Linse zu schauen?

Unweit des Markusplatzes befindet sich eine Kirche. Ein Straßenmusikant spielt original italienische Musik und lädt damit zum Tanzen ein. Wer hier nicht zumindest anfängt mit dem Fuß zu wippen, muss gehörlos sein. Oder zumindest Tomaten in den Ohren haben. Wo wir gerade vom Essen sprechen. Pizza-Geruch strömt mir in das eine Nasenloch, der Geruch von kühlem gelato in das andere. Mhmm.

Da läuft eine junge Dame selbstbewusst über den Platz. Interessante Kleidung trägt sie da. Ein bisschen Retro, getupfelte Muster in Orange- und Rottönen. Auch ihr Hut gefällt mir. Sieht außergewöhnlich aus. Ich schaue genauer hin, um die Marke oder den Stoff zu erkennen. Da muss ich unwillkürlich stutzen. Dann lache ich laut auf. So etwas habe ich ja noch nie gesehen.

Ich schüttele ungläubig den Kopf, reibe mir die Augen. Doch, tatsächlich. Das Mädchen trägt einen orangenen Plastiktopf auf dem Kopf. Ein Küchenutensil, in dem man Kuchenteig oder Salate zubereiten kann. So selbstbewusst, wie sie das Ding auf dem Kopf trägt, könnte sie gerade für Dolce&Gabana, Gucci oder Prada über den Laufsteg stolzieren.

Dass Italien ohne seine Küche und ohne seine Mode nicht das Gleiche wäre, darüber lässt sich nicht streiten. Dass man das aber noch auf ungewöhnliche Weise verbinden muss, darüber sicherlich schon. Doch ungewöhnlich, kann auch ungewöhnlich schön bedeuten. Oder ungewöhnlich italienisch.

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2 Gedanken zu “Venedig – Praktischer Modeschmuck aus der Küche

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