Florida – The American Way of Happiness

Das Leben ist kein Zuckerschlecken. Eher eine Achterbahnfahrt, mit mehr Tiefen als Höhen – so bilden wir uns jedenfalls ein. Morgens früh aufstehen, mit dem falschen Bein, und schon ist der Tag oft gelaufen. Dann noch ein Nachbar, der uns über die Musik letzte Nacht anschnauzt, und ein unzufriedener Chef… Unser Leben. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, wenigstens ein bisschen Zufriedenheit in unser Leben zu bringen. Wenn wir nach dem American Way of Life leben.


Florida: Eintrag No. 3 : Optimismus mit einem Hauch von Risiko

Florida

Paradies Florida Foto: kawe

Tatort Flagler Beach, FL: In meinem neuen Strandkleid spaziere ich am weißen Sandstrand entlang, das Wellenrauschen im Hintergrund, ein Lächeln auf den Lippen. „I like your outfit!“, höre ich eine Stimme hinter mir. Ich drehe mich um, um herauszufinden, wem das Kompliment gilt, und sehe ein etwa 16-jähriges Mädchen, das mich anlächelt. Sie meint mich.

Diese Szene kannst du dir genauso in einem Publix Supermarkt in den USA vorstellen oder im Target. Es ist mir so oft passiert, dass ich es gar nicht mehr zählen kann. Auf offener Straße machen mir wildfremde Menschen Komplimente und somit auch eine Freude. Wer hört nicht gerne Komplimente, die nicht unbedingt nur von der besten Freundin kommen? Da weiß man ja nicht immer, ob es so ernst gemeint ist oder doch eine kleine Art von Verpflichtung.

Doch kannst du dir genau eine solche Szene in Deutschland vorstellen? Eher eine Seltenheit. Hier kommt auch eher kein Mädchen auf dich zu und fragt dich, wo du dein süßes Top gekauft hast. Du würdest eher denken, dass sie dich auf den Arm nehmen will.

Doch nicht nur die offene Art bei Komplimenten ist der American lifestyle, wie ich ihn in Florida erlebe. Viele Menschen gehen hier einfach mit einem Lächeln auf den Lippen über die Straßen, grüßen dich einfach so, oder fragen, wie es dir geht. Natürlich ist das übliche How’r you doin‘? an der Supermarktkasse eine Floskel, aber manche hier meinen das auch ernst. So bekomme ich zum Beispiel an der Kasse von Kohl’s nicht nur den eigentlichen Rabatt von 20% auf meinen Einkauf, sondern sogar einen family&friends Rabatt. Das wäre nicht nötig gewesen, das war pure Freundlichkeit von dem netten, jungen Verkäufer.

Auch sonst ist der Optimismus in diesem Land zu spüren. Ich lerne viele Ausländer kennen, die in den USA ihr Glück versuchen. Ganz typisch nach dem American Dream. Hier gibt es noch das Gefühl und die Vorstellung, dass man alles schaffen kann, vom Tellerwäscher zum Millionär. Hier gibt es noch den Optimismus für eine bessere Welt. Die Menschen sind aktiv und tüchtig, wollen etwas in ihrem Leben erreichen und glauben daran. Dieser Lebensstil ist einfach zu bewundern.

Wie oft habe ich schon Ratschläge wie „Bleib realistisch!“, „Such dir einen sicheren Job“ oder „Träum weiter“ gehört. In Deutschland wird man doch pragmatisch und realistisch erzogen. Nimm das, was sicher und in Reichweite ist, geh lieber kein Risiko ein, Sicherheit geht vor. Halt, stopp, nein. Das will ich nicht mehr. Ich will Abenteuer erleben, ich will meine Träume und Ziele erreichen. Ich bin jung, habe mein ganzes Leben vor mir. Natürlich werde ich ab und zu auf die Nase fallen. Aber solange ich an mich selbst glaube und an meinen Träumen festhalte, kann ich sie doch verwirklichen. Und wenn es nicht funktioniert, dann habe ich es wenigstens versucht.

So eine Einstellung ist noch weit verbreitet in Amerika. Aber warum nicht auch in Deutschland? Hier haben wir doch genau die gleichen Chancen wie überall auch. Lasst uns leben und unsere Träume verwirklichen. Und wenn nicht, dann wachen wir eben in der harten Realität auf. Aber vielleicht landen wir auch weich und gestalten unsere Realität schöner als erträumt.

Uns würde es nicht schaden, nicht so miesepetrig durch die Gegend zu laufen. Einem Fremden auf der Straße zuzulächeln, öfter einer alten Dame den Platz im Bus anzubieten oder die schwere Einkaufstüte zu tragen. Neu gewonnene Bekanntschaften schneller zum Essen einzuladen und neue Freundschaften offener zu schließen. An das Positive im Gegenüber zu glauben, statt ihn erst von oben bis unten zu analysieren. Wenn wir andere glücklich machen, werden wir auch glücklicher.

Natürlich gibt es in Amerika auch schlecht gelaunte Menschen, Menschen, die nicht hilfsbereit sind und nicht immer mit glücklicher Miene im Gesicht herumlaufen. Doch spätestens nach ein paar Tagen erlangen sie ihren Optimismus zurück. So jedenfalls mein Eindruck. The American Way of Life ist mehr als Individualismus, Freiheitsliebe und das Streben nach Wohlstand. Es ist das Streben nach Glück.

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4 Gedanken zu “Florida – The American Way of Happiness

  1. Amen! Dass erzähle ich jedem in Deutschland egal ob er es hören will oder nicht! Von der Freundlichkeit der Amerikaner können wir so viel lernen und ich bin seit ich dort gelebt habe, ein viel positiverer Mensch geworden 🙂 spread love not hate ❤

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