Meine größten Reisepannen

Kaputte Koffer, fehlender Reisepass, verpasster Flug – es gibt unzählige Pannen, die einem auf Reisen passieren können. Hier die Top Five meiner nicht gerade alltäglichen Reiseprobleme, auf die ich gerne verzichtet hätte.


Welt: Eintrag No. 1: Pleiten, Pech und Pannen 

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Reisepannen passieren Grafik: s. Beitragsende

Es gibt wohl keinen Reisenden, dem noch nie etwas Unvorhergesehenes passiert ist. So wie das Leben, so hält auch eine Reise immer wieder Überraschungen für uns bereit – und die fallen nicht immer positiv aus. Zum Glück kann man selbst ungeliebte Ereignisse immer irgendwie weglächeln oder Lösungen finden. So habe auch ich folgende ungewollte Reise-Unannehmlichkeiten irgendwie überlebt.

1. Vorsicht, Ansteckungsgefahr!

In den ersten Tagen meines Urlaubs in Rom spürte ich auf einmal einen starken Juckreiz auf der Rückseite meiner beiden Oberschenkel. Als ich im Badezimmerspiegel danach schaute, traf mich fast der Schlag: Meine Oberschenkel waren flächendeckend mit knallroten Pusteln bedeckt. Ich sah aus, als hätte ich Lepra. Abgesehen von dem Schönheitsfehler, juckte es so stark, dass ich mich während der nächsten Tage immer wieder in der Öffentlichkeit kratzen und mithilfe der zahlreichen öffentlichen Wasserspender meine Beine kühlen musste. Ich musste die kürzesten Hosen tragen, da jeder Stoff, der meine Oberschenkel berührte,den Ausschlag und Juckreiz zusätzlich verschlimmerte. Außerdem wurde ich von den Passanten entweder angewidert oder mitleidig angeschaut. Ich fühlte mich wie eine Ausgesetzte. Die Römer waren zu allen sympathisch und offen, doch wenn sie meine Rückseite inklusive Ausschlag sahen, waren sie um einiges zurückhaltender. Leider hielt der Ausschlag noch den ganzen Sommer bis zu meinem Griechenland-Urlaub und auch noch in die Schulzeit hinein an. Und kein Arzt konnte mir sagen, woher er kam. Nur, dass er nicht ansteckend war. Doch das sahen die Römer wohl anders.

2. Reisekoffer adé!

Bei meiner vorletzten Reise nach Florida machten wir einen Zwischenstopp in Chicago. Ganz ruhig und routiniert checkten wir dort unsere Koffer ein und stiegen in den Inlandsflieger nach Jacksonville. Als wir nach dem anderthalbstündigen Flug endlich in Florida ankamen, erschöpft von der langen Reise – schließlich waren wir zuvor schon neun Stunden aus Frankfurt geflogen -, warteten wir entspannt am Gepäckband auf unsere Koffer. Natürlich ließen sie auf sich warten, unsere Koffer würden wohl wie immer als Letztes kommen. Doch mittlerweile hatten immer mehr Leute ihre Koffer, die Menge wurde kleiner und plötzlich standen wir ganz alleine da, ohne Koffer. Sogar das Gepäckband hatte aufgehört sich zu bewegen – uns wurde das Grauen jedes Flugreisenden bewusst: Unsere Koffer waren verloren gegangen. Völlig erschöpft und panisch machten wir dem Flughafenpersonal eine Szene, schrien und weinten (ich jedenfalls, zu meiner Entschuldigung: ich war damals erst zwölf und schrecklich müde) und erfuhren dann, dass unsere Koffer in Chicago vergessen worden waren. Toller Service. Wir hatten nicht mal Kleidung für den nächsten Tag, geschweige denn Zahnbürsten im Handgepäck. Erschöpft und traurig fuhren wir in unser Appartement in der Nähe von Palm Coast. Am nächsten Morgen hatten wir zum Glück unser Gepäck wieder, sie hatten es in den nächsten Flieger gesteckt. Puuuh, nochmal Glück gehabt! Trotzdem sitzt die Angst bei jedem Flug nun tief. Schließlich hätte unser Gepäck auch ganz verloren gehen können.

3. Obdachlos in Paris

Hört sich dramatisch an? War es im ersten Moment auch. Mit 17 trat ich meine erste richtige Reise ohne meine Eltern, stattdessen mit einer Freundin, an. Zuversichtlich hatten wir ein günstiges Hotel in der Nähe vom Montmartre gebucht. Ohne zu wissen, dass die unfreundliche, inkompetente Rezeptionistin uns vor die Tür setzen würde. Mit 17 Jahren dürften wir angeblich nicht alleine in einem Hotelzimmer übernachten. Wir könnten ja wie die richtig coolen Rockstars das Hotelzimmer demolieren. Ach ja, genau. Vollkommen fassungslos hatte sie uns um 7 Uhr morgens an unserem ersten Tag unserer ersten alleinigen Reise zu Obdachlosen in einer fremden Stadt gemacht. Ohne uns die Hotelkostem zu erstatten, damit wir uns wenigstens ein neues suchen konnten. Wobei das ja auch hoffnungslos war, denn laut der ach so freundlichen Rezeptionistin könnte man in ganz Frankreich als 17-Jährige ohne Begleitperson nirgends übernachten – Lüge! Schnell hatten wir uns gefasst und in einigen Hostels und Hotels nach günstigen Unterkünften gesucht – schließlich mussten wir jetzt an unser Bargeld, das eigentlich für Sightseeing und Shoppen gedacht war. Irgendwann fanden wir dann zwei gute, günstige Hotel&Hostels für die folgenden Nächte, bei denen wir mit Bargeld zahlen konnten. Manche erwarteten Kreditkartenzahlung, aber welcher Minderjährige ohne Verdienst könnte so etwas vorweisen? Stress pur bei unserer ersten Reise, doch immerhin konnten wir schon bald darüber lachen. Von Obdachlosigkeit zu sauberer Übernachtung an einem Tag hin und zurück. Wuhu.

4. Verlaufen auf 200 Metern

Bei meiner Sprachreise auf Malta lebte ich bei einer Gastfamilie in einem kleinen Ort. An einem Tag wollte ich mit meinen Freundinnen in einen nahegelegenen Supermarkt um die Ecke, nur etwa 200 Meter entfernt von meinem Haus. Nur ich kannte den Supermarkt, also führte ich die Gruppe an. Meine Orientierungssinn machte sich aber mal wieder alle Ehre. Nach ungefähr zehn Minuten und zahlreichen „wir sind gleich da“ meinerseits, waren meine Freunde schon ein wenig genervt. Schließlich waren es um die 40 Grad und der Supermarkt sollte doch um die Ecke sein.  „Wir sind gleich da, ganz sicher“, beruhigte ich sie und mich und war mir sicher, wir wären gleich da. Doch weit gefehlt. Inzwischen waren wir um so viele Ecken gebogen, dass wir plötzlich gar nicht mehr wussten, wo wir waren – und uns auch kein Passant den Weg zurück verraten konnte. Mittlerweile waren wir anderthalb Stunden zum „Supermarkt um die Ecke“ unterwegs und verdursteten beinahe. Schließlich musste ich peinlich berührt meinen Gastvater anrufen und ihm irgendwie erklären, wo wir waren. Nach weiteren 30 Minuten holte er uns ab und lachte uns aus. Statt zum nahegelegenen Ort waren wir einige Kilometer in einen anderen Ort gelaufen. Meine Freunde redeten nach ein paar bösen Blicken erst einmal eine Weile nicht mehr mit ihr. Dabei war es doch nicht meine Schuld! Sondern die Schuld meiner Orientierungslosigkeit!

5. Das sind keine Pickel.

Als ich das erste mal an der Ostsee in Polen Urlaub machte, cremte ich mich natürlich nicht mit Sonnencreme ein. Als ob man hier Sonnenbrand bekommen könnte, dachte ich. Na, falsch gedacht! Am nächsten Morgen wachte ich mit Brandblasen auf meinem Gesicht auf. Sie brannten zwar nicht, sahen aber schrecklich aus und waren sicherlich auch nicht gerade gesund für meine Gesichtshaut. Abgesehen von dieser Hässlichkeit wurde ich nun auch noch dazu verdonnert, eine hässliche Kappe zu tragen. Von wegen Hautkrebs-Risiko. Ich fühlte mich wie ein hässliches, pickeliges Entlein. War ja klar, dass meine Cousinen und ich ausgerechnet an diesem Abend beim Sonnenuntergang eine coole Jungs-Clique kennenlernen mussten. Peinlich berührt mit der hässlichen Kappe auf dem Kopf und den mit Wasser gefüllten Blasen im Gesicht, wusste ich nicht, wie ich sie begrüßen sollte. Ich dachte mir einen coolen Spruch nach dem anderen aus, und hatte schließlich einen guten parat. Sie würden gar nicht darauf achten, wie ich aussah, wenn ich so cool sprach. Ich machte den Mund auf und sagte: „Das sind keine Pickel!“ Oh mein Gott, was hatte ich da gesagt? Was war aus dem coolen Spruch geworden? Meine Cousinen lachten sich gerade über mich schlapp und die Jungs schauten mich nur irritiert an. Wie peinlich! Zum Glück war es schon zu dunkel, als dass sie mein knallrotes, beschämtes Gesicht hätten sehen können. Und zum Glück verbrachten wir dann doch alle einen witzigen Abend gemeinsam. Ohne weitere Pickel-Gespräche, versteht sich.

Und, welche Reise-Pannen hast Du überstanden?

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6 Gedanken zu “Meine größten Reisepannen

  1. Coole Geschichten 🙂
    Haha, in Rio ist mir an Weihnachten eine Kakerlake quer über den Rucksack gelaufen. Aber weil Weihnachten war habe ich sie leben lassen 😛

    Die Bettwanzen habe ich dann in Amsterdam abbekommen. Die roten Flecken von ihren Bissen sind erst zum Vorschein gekommen, wie ich wieder daheim war, aber haben noch taaagelang schrecklick gejuckt….

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  2. Pannen haben wir auf unseren Reisen schon einige erlebt. In Südafrika wurde unser Zelt von Affen überfallen und verwüstet, in Griechenland mussten wir 6 Tage ohne unser Gepäck auskommen, in Simbabwe machte es sich eine Riesenspinne über unserem Bett bequem, in Namibia sind wir mit dem Auto im Sand der Kalahari stecken geblieben, …
    Heute können wir über diese Erlebnisse herzlich lachen 🙂

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