Mainz: 6 Dinge, die man nur vermissen kann

Mainzer Dom, Mainzelmännchen, Mainzer Fastnacht – charakteristische Züge meiner Stadt. Trotzdem hat man das schöne Auge daran verloren, weil man sie jeden Tag sieht. Die Größe der Innenstadt und die Auswahl der Geschäfte ist im Gegensatz zu Frankfurt und Wiesbaden ein Witz. Es gibt maximal drei relativ gute Clubs, in denen man feiern gehen kann. Die guten Restaurants kann man auch beinahe an einer Hand abzählen – so spricht man jedenfalls oft von seiner Heimatstadt. Weil man sie kennt. Weil sie Alltag ist. Weil sie langweilig ist. Doch wenn man kurz davor ist, umzuziehen, bekommt man wieder ein neues Auge für die Stadt. Kleine Schönheiten fallen wieder ins Auge. Ich werde mir bewusst, dass ich einige Sachen vermissen werde. Und mache noch einmal einen Stadtrundgang. Kommst du mit?


Mainz: Eintrag No. 1: Home Sweet Home 

Dom

Mainzer „Skyline“ Foto: kawe

1. Die Altstadt – Der Flair der kleinen Großstadt

Ich laufe durch die Augustinergasse, um mich herum unzählige Menschen, die nicht wissen, wohin. Alte Häuser umgeben mich, vertraute Häuser. Neben der schönen Augustinerkirche der altbekannte Obdachlose, der immer dort sitzt. Am Sockeneck der Ex-Z-Promi aus DSDS, der immer dort raucht. Auf der linken Seite der schöne Kirschgarten, den ich als ich jünger war gezeichnet und dafür in einem Wettbewerb den ersten Preis gewonnen habe. Ich laufe weiter, ein paar Touristen sind mir im Weg. Sie fotografieren den Mittelpunkt, das Juwel der Stadt: den Mainzer Dom. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann kein Baugerüst ihn umschloss. Schließlich bauen sie schon eine Ewigkeit daran. Ich gehe an dem kleinen Brunnen am Domplatz vorbei, werde nass gespritzt. Eine Erfrischung im Sommer, ein Ärgernis im Winter. Ich habe die Altstadt hinter mir gelassen. Und tauche in die Innenstadt ein.

2. Die Innenstadt – Menschen treffen, Menschen sehen, Menschen aus dem Weg gehen

In der Innenstadt setze ich mich mit Freunden auf die Stufen des Staatstheaters. Von hier aus kann man die vorbeilaufenden Menschen perfekt beobachten (und über sie lästern, ähm, natürlich nur „Tatsachen feststellen“). Der stadtbekannte, als Frau verkleidete Mann (Wer kann es ihm verübeln? Er möchte auch zum besseren Geschlecht gehören), die kreischenden Kinder, die Business-Männer in Anzügen, die Schüler. Es gibt wohl keinen Tag, an dem ich nicht jemanden sehe oder treffe, den ich kenne. Mainz ist ein Dorf, was das angeht.

3. Der Schillerplatz – Helau!

Auf dem Schillerplatz im Café Extrablatt gehe ich eine Kleinigkeit essen, mit Blick auf den stadtbekannten Fastnachtsbrunnen – Mainz, die Fastnachtsstadt schlechthin. Ich denke an den jährlichen Rosenmontagszug, den Tanz auf der Lu, muss schmunzeln. Ob ich das vermissen könnte? Die Kostüme bestimmt. Das Tanzen, Singen und Feiern auch. Die betrunkenen Kinder? Wohl eher nicht.

4. Der Rhein – Die Oase der Stadt

Ich gehe am Rhein spazieren, betrachte die vorbeiziehenden Schiffe, die Mündung des Mains in den Rhein. Das morgendliche Joggen mit Blick auf die Theodor-Heuss-Brücke fällt mir ein. Die Spieler von Mainz 05, die um dieselbe Uhrzeit ihre Runden ziehen. Das Grillen oder Chillen am Abend mit meinen Freunden. Was wäre Mainz ohne den Rhein?

5. Kasteler Rheinstrand – Schönheit auf einen Blick

Ich gehe über die Theodor-Heuss-Brücke auf die andere Rheinseite, feindliches Gebiet. Gehört schließlich zu Hessen, und noch schlimmer: zu Wiesbaden. Staatsfeind Nummer 1 für viele Mainzer. Warum? Das weiß keiner mehr so richtig. Und doch ist hier mein Lieblingsort in „Mainz“: der Kasteler Rheinstrand. Auf der rechten Seite das ehemalige Schiff-Restaurant „Fliegender Holländer“. Ein Blick geradeaus auf mein schönes Mainz, die Silhouette des Doms. Unter meinen nackten Füßen der feine, weiße Sand. Hier kann man entspannen, hier kann man den Ausblick genießen. Irgendwie mag ich meine langweilige Heimatstadt wohl doch. Wenigstens ab und zu.

Neben all dem Schönen, freue ich mich natürlich, in eine neue Stadt zu ziehen, Neues zu entdecken, neue Leute kennen zu lernen. Außerdem gibt es bestimmt einige Wochenenden, an denen ich das gute, alte Mainz besuchen werde. Schließlich gibt es eines, das ich viel mehr in Mainz vermissen werde als die Stadt selbst. Meine Familie und meine Freunde. ❤

Abschiedsfeier - Freunden gibt mein ein Küsschen <3 Foto: kawe

Abschiedsfeier – Freunden gibt mein ein Küsschen ❤ Foto: kawe

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2 Gedanken zu “Mainz: 6 Dinge, die man nur vermissen kann

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