Oslo – Die unterschätzte Stadt

Oslo. Fast jeder, der eine Tour durch Norwegen gemacht hat, sagt: Oslo ist hässlich. In Oslo gibt es nichts sehenswertes. Dem kann ich nicht zustimmen. Natürlich hat es die Hauptstadt Norwegens schwer mit der atemberaubenden Natur des Landes mitzuhalten. Doch Oslo hat auf jeden Fall einiges zu bieten, wenn man sich die Mühe macht, nach der Schönheit zu suchen. 


Als ich nach Oslo gereist bin, hatte ich keine Erwartungen. Ich wollte mich nicht von den negativen Eindrücken meiner Bekannten beeinflussen lassen, hatte sie aber natürlich noch im Kopf. Meine gute Freundin und super Reiseleiterin Miriam, die seit über einem halben Jahr in Oslo wohnt, konnte die dunklen Wolken über meinen Gedanken aber schnell fortblasen.

Die Hauptstadt Norwegens ist eine Mischung aus Alt und Modern. Läuft man durch die Stadt, fällt einem direkt der Barcode ins Auge. Viele Osloer finden die Hochhäuser scheußlich, ich finde sie dagegen faszinierend.

Oslo hat aber auch eine malerische Seite. Vor allem die kleinen Inseln im Oslofjord zeigen die kleinen, bunten Häuschen, die sich jeder in Norwegen vorstellt. Viele Norweger kaufen sich diese Häuschen, um an Wochenenden oder im Urlaub dem Alltag zu entfliehen. Dabei sind vor allem die Häuser beliebt, in denen es kein fließend Wasser oder Strom gibt – die Norweger sind eben durch und durch Abenteurer.

Das sogenannte Inselhopping im Oslofjord empfehle ich also jedem, der gerade in Oslo ist und der Stadtluft mal entfliehen möchte. Praktisch ist, dass man mit einem normalen Tagesticket jede Fähre zu den Inseln Hovedoya, Bygdoy und Co. nutzen kann.

Auch mitten in der Stadt kann man die Schönheit Oslos finden. Im Vigelandpark bestaunte ich 212 Stein- und Bronzeskulpturen, mit denen man viel Spaß haben kann. Die lustigen Skulpturen von Gustav Vigeland schneiden komische Fratzen, verrenken ihre Körperteile akrobatisch und laden die Besucher ein, das Gleiche zu tun.

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Wer hat das schönste Haar? Foto: Miriam Mathein

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Die Skulpturen laden zum Nachdenken ein. Foto: kawe

Aber nicht nur der Vigelandpark hat Skulpturen zu bieten. Auch in der Altstadt findet man überall Statuen von Menschen, mit denen man eine Weile herumalbern kann. Bist du also einsam und allein in Oslo unterwegs, findest du immer jemanden, mit dem du ein bisschen spielen und sprechen kannst – auch wenn sie dir wahrscheinlich nicht antworten werden. 😉

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Ich will hoch hinaus! Foto: Miriam Mathein

Für die Männer, die nicht gerne mit historischen Skulpturen sprechen oder spielen, gibt es zwei besondere, runde Skulpturen, die sicherlich zum Anfassen einladen.

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Ein bisschen Spaß muss sein. Foto: kawe

In der Osloer Altstadt gibt es auch einiges zu entdecken. So war beispielsweise vor dem Königlichen Schloss ein riesiger Haufen Schnee zu finden, obwohl es seit Wochen nicht geschneit hatte. Zauberei? Wohl kaum. Mitarbeiter des Königs Harald V. hatten ihm und einem Nationalfeiertag zu Ehren den Schnee vor das Schloss gebracht.

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Schnee ohne Schneien. Foto: kawe

Oslo hat natürlich auch eine coole Seite. Im Hipster-Viertel Grünerlokka findet man Mauern voller Graffiti, Flohmärkte und gestylte, junge Menschen.

Was für mich neu war: Norwegische Frauen schminken sich extrem. Unter etwa zwei Kilo Make-up erkennt man die jungen und auch älteren Frauen kaum. Zusätzlich kleben sich 90 Prozent der Frauen falsche Wimpern an die Augen, die sie zudem noch ordentlich mit Mascara tuschen.

Liebe norwegische Weiblichkeit: Bitte, bitte, schminkt euch ein bisschen weniger! Durch aufgemalte Augenbrauen, falsche Wimpern und zwei Kilogramm Make-up seht ihr nicht schöner, sondern puppenhafter aus. Und wer will schon aussehen wie eine falsche Barbie?

Nichtsdestotrotz sollte man auf jeden Fall mal durch Grünerlokka schlendern. Es lohnt sich! Du solltest dich nur nicht wundern, wenn dir ein paar Drogenjunkies entgegen kommen. Das ist hier normal.

Auf deiner To-Do-Liste in Oslo sollten außerdem der Holmen- und Vettakollen nicht fehlen. Auf dem Holmenkollen befindet sich die Skisprungschanze Oslos, die jeder eingefleischte Skisprungfan kennt (Adam Malysz war der Held meiner Kindheit!). Auf dem Berg gibt es zudem ein Skigebiet, das sich für Sportfans sicherlich auch lohnt.

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Skispringen ist doch ein Klacks! Foto: kawe

Vom Vettakollen hast du einen schönen Ausblick auf Oslo. Auf dem Weg nach oben oder unten kamen mir dann aber doch einige Schneehäufchen – wirklich kleine! – entgegen, die allerdings die Funktion von Bananenschalen annahmen. Schwupps lag ich auf meinem Hintern und auch meine Hände bekamen einige blaue Flecken. Also beim Wandern immer vorsichtig sein! 😀

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Der Gipfel des Vettakollens. Foto: Miriam Mathein

Ps.: Du magst Skandinavien? Dann schau dir doch mal meine Einträge zu Bergen und Kopenhagen an! 🙂

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