Porto – über Portwein, Sonnenuntergänge und Aliens

Porto in Portugal. Die Hafenstadt liegt seit einiger Zeit im Trend, viele Touristen zieht es in die zweitgrößte Stadt Portugals. Als Namensgeberin des Landes und malerische Hafenstadt ist Porto definitiv einen Besuch wert. Vor allem wegen der Ausblicke, Sonnenuntergänge und des Essens – stets umgeben von schlaksigen, grünen Wesen.

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Die letzte Stadt auf unserer Spanien-Portugal-Tour war Porto. Ich hatte schon einiges über die Stadt gelesen, mir einige Sehenswürdigkeiten notiert und wollte mich von dem Charme der Hafenstadt verzaubern lassen. Und Porto erwies sich als wahre Magierin.

An unserem ersten Tag in Porto haben wir mit einigen Damen im besten Alter gesprochen. Während eines steilen Anstiegs (einem von tausenden in Porto) fanden wir ein kleines Stübchen mit einem süßen Schild an der Tür: „Der Anstieg dauert noch ein bisschen. Mach eine Pause und trink eine Limo.“

Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und betraten das kleine Räumchen, das sich als Kunstatelier entpuppte. Drei, vier Damen begrüßten uns herzlich, boten Limonade und Kuchen zu einem kleinen Preis an und kostenlose Porto-Tipps. Der wohl wertvollste Tipp: sich einfach von der Stadt treiben lassen, schlendern, entdecken. Für mich, eine eher durchgeplante Person – nur was meine Reisen angeht, sonst eher die Quaotin – gar nicht mal so leicht. Aber man kann es ja mal versuchen.

Auf unserer also mehr oder weniger geplanten Stadttour erlebten wir schöne, aufregende und unterhaltsame Momente. Dies sind 11 Dinge, die niemand in Porto missen sollte:

1. Portwein und portugiesische Leckereien

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Portwein mit leckerem portugiesischem Gebäck. Foto: kawe

Vinho do Porto, also echter Portwein, stammt aus der Region Porto und somit auch aus der gleichnamigen Stadt. Ein absolutes Muss also, wenn man der Hafenstadt einen Besuch abstattet. Mir persönlich hat das Gläschen Wein, das ich probierte, absolut nicht geschmeckt – liegt entweder daran, dass ich allgemein kein Wein-Fan bin oder dass wir das günstigste auffindbare Gläschen aufgestöbert haben. Lösung für die geschmackliche Herausforderung: unauffällig ins Gebüsch oder in den Blumentopf kippen.

Geschmacklich um einiges leckerer waren für mich die portugiesischen Süßspeisen, wie zum Beispiel Pasteis de Nata, ein portugiesisches Puddingtörtchen. Erstklassiger Geschmack, meist gibt es ein Stück schon für unter einem Euro.

2. Vintage Lover 

Der Vintage Store in Porto ist eine Mischung aus Krimskrams und wahren Raritäten. Zwischen alten Lederkoffern findet man antike Kommoden, alte Globen und interessante Bücher. All das lädt zum Träumen ein, wahr werden sie bei den Preisen aber eher nicht – zumindest nicht für mich. Aber träumen kann doch auch so schön sein!

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Vintage Lover. Foto: L.M.

3. In Porto wird ein Ungläubiger beinahe zum Gläubigen

Hier wimmelt es nur von wunderschönen, malerischen Kirchen. Geschmückt sind die barocken Bauten häufig mit blau-weißen Porzellanfliesen und dadurch von außen schon ein Hingucker. Vor allem die Capilla de las Almas verzaubert mit ihrer Fassade, aber auch andere Kirchen und Kapellen sind einen Blick wert. Auch hineinzugehen lohnt sich, meist sind die Innenräume mit Gold und schönen Statuen verziert. Wenn Du Glück hast, kannst Du sogar portugiesischen Kirchengesängen lauschen.

Ob mit oder ohne Gesang, ich persönlich konnte in den kleinen und großen Kirchen Portos wenigstens für einige Minuten dem Stadttrubel entrinnen und die Stille genießen.

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Diese Fassade kann ich nur bewundern. Foto: L.M.

 

4. Da schau mal einer an…

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Aussicht von den Jardins do Palacio de Cristal. Foto: kawe

Aussichtspunkte in Porto musst Du nicht suchen, Du wirst eher von ihnen gefunden. Die hügelige Stadt bietet praktisch von überall wunderschöne Ausblicke auf den Rio Douro und die bunten, alten Gebäude. Trotzdem empfehle ich unbedingt den Ausblick von dem Kloster Mosteiro da Serra do Pilar und den Jardins do Pálacio de Cristal. Viel schöner als es jedes Foto zeigen könnte.

5. Romantische und weniger romantische Sonnenuntergänge

Sonnenuntergänge sind wohl immer etwas Schönes. Auch in Porto sind sie ein absolutes Muss, gerade weil es so viele schöne Aussichtspunkte gibt. Vom Kloster aus ist ein schöner Sonnenuntergang garantiert. Das Einzige, was die Romantik stören könnte: Auf dem Berg wurden wir von einem komischen, rot gekleideten Radfahrer verfolgt und mehrmals fotografiert. Erst nach wildem Gestikulieren und Beschimpfungen hat der Kerl es irgendwann aufgegeben und ist zum Glück auf seinem Rad davon geradelt. Sein „Sorry“ hätte er sich auch sparen können.

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Sonneuntergang am Rio Douro. Foto: kawe

Von sowas sollte man sich aber nicht den Abend vermiesen lassen. Vor allem wenn auf den Sonnenuntergang ein weicher Mondschein mit großem Vollmond folgt – so einen großen Mond habe ich noch nie gesehen. Wie mit dem Lasso herangeholt! 🙂

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Mosteiro da Serra do Pilar. Ohne Wort. Foto: kawe

 

6. Leseratten aufgepasst!

Bücherregale aus dunklem Holz, der Geruch von frisch bedrucktem Papier und altem, mehrere Jahrzehnte altem Papier. Läufst Du durch Porto, findest Du ab

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Stöbern in der Livraria Lelo. Foto: kawe

und zu alte, kleine Buchhandlungen, die das Leseherz höher schlagen lassen. Die wohl bekannteste alte Buchhandlung in Porto ist die Livraria Lelo.

 

Definitiv schön anzusehen, trotz Warteschlange vor der Buchhandlung. Einziges Manko: drei Euro Eintritt. Ein Kopfschütteln meinerseits für eine Buchhandlung Geld zu verlangen. Immerhin kriegt man die drei Euro gut geschrieben, falls man sich dazu entscheidet, ein Buch zu kaufen… Habe ich dann auch, Les Parisiennes. Nur zu empfehlen!

7. I’m an alien…

Der Titel meines Beitrags schreit nun endlich nach einer Erklärung. Da hast du sie: Ganz häufig schauten mich grüne, schlaksige Aliens von den Häuserwänden und dem Asphalt an. Überall hat sich ein geübter Sprayer mit seinen außergewöhnlichen, außerirdischen Graffitis ans Werk gemacht. Könnte im Dunkeln etwas gruselig werden. Solange Dich aber kein UFO abholt und Du weiterhin Porto genießen darfst, kein Grund zur Sorge. Mach Dich lieber auf die Suche nach den kleinen und großen Wesen und leiste ihnen nette Gesellschaft. Nur so für alle Fälle! 😉

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Mein neuer bester Freund. Foto: L.M.

 

8. Vamos a la playa!

Das ist eher Spanisch und sollte bloß niemals mit Portugiesisch verwechselt werden. Auch die Strände in Portugal sind etwas anders als im Nachbarland, Sand und Wasser haben sie allerdings gemeinsam.

Wenn Du vom Sightseeing mal entspannen willst, kannst Du das an Portos Stränden auf jeden Fall. Nur Sonnencreme nicht vergessen, auch wenn es zunächst nach einem wolkigen Tag aussieht. Vertrau mir, ich sah nach dem vermeintlich wolkigen Tag aus wie ein Krebs. Nach zwei Stunden hatte sich die Sonne nämlich durchgekämpft und meine Haut erröten lassen… Ich habe mich aber auch dafür geschämt, dass ich die Sonnencreme vergessen habe! 🙈

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Abendspaziergang am Strand Portos. Nur vorsichtig an den Algen vorbei spazieren. Foto: L.M.

9. Seele baumeln lassen und durch die Stadt schlendern

Wie anfangs schon erwähnt, lädt Porto zum entspannten Schlendern ein. Einfach mal die Stadtkarte wegpacken – auch wenn es schwer fällt – und sich von den alten, bunten Häuschen in den portugiesischen Bann ziehen lassen.

Stell Dir vor, wie die Damen und Herren früher in den Häusern gewohnt haben und eine kleine, innere Zeitreise machen. Manche Gebäude sind so zerfallen, dass ich ein bisschen traurig wurde, dass wohl kein Geld da ist, sie zu restaurieren. Aber die Häuser haben ihren Charme trotzdem nicht verloren. Oder gerade wegen des beginnenden Zerfalls nicht.

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10. Mit Statuen um die Wette lachen

Als ich durch den Jardim de João Chagas spazierte, wurde ich von einigen Männern ausgelacht und musste direkt mitlachen. Verstehst Du nicht? Die Männer waren (natürlich 😉 ) keine echten Männer, sondern Statuen. Und sahen wirklich witzig aus. Zum Mitlachen!

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Da geht die Sonne auf 😉 Foto: L.M.

11. Klopf, klopf. Wer ist da?

Eigentlich bin ich zu alt für Klingelstreiche. Trotzdem kann ich es manchmal nicht lassen. In Porto könnte man aber auf eine ähnliche Idee kommen: „Klopfstreiche“. Zahlreiche Hände laden an den Türen Portos dazu ein.

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Klopf, klopf. Foto: kawe

So, genug Tipps. Genug Fotos. Viel schöner als Fotos ist sowieso die Realität. Also auf nach Porto und erkunden und entdecken!

Bald berichte ich dann auch noch über die anderen Städte, die wir auf unserer Rundreise entdeckt haben: Marseille (einziges französisches Land unserer Reise), Barcelona, Sevilla, Madrid und Lissabon. Jede Stadt mit ihrer eigenen Schönheit und ihrem eigenen Charme.

Adeus amigos!

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3 Gedanken zu “Porto – über Portwein, Sonnenuntergänge und Aliens

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