Das Lachen der Kinder

Es gibt sie: Menschen, die alle Kinder abgöttisch lieben. Die bei jedem Kinderfoto, jedem kleinsten Kinderlachen fast Zergehen vor Liebe zu den Kleinen. So jemand war ich nie. Klar, Kinder können mal ganz süß sein. Aber auch sehr anstrengend. Bei den burmesischen Kindern war aber plötzlich alles anders.

11.jpg

Ein kleiner Junge zwischen  Müttern burmesischer Schulkinder. Foto: kawe

Jeder, der mich gut kennt, weiß: Ich bin nicht gerade ein Fan von kleinen, niedlichen Dingen. „Süße“ Hundefotos? Naja. Katzenvideos auf YouTube? Gehen gar nicht. Und kleine, heranwachsende Menschen? Für zwei, drei Stunden können sie nett, freundlich und süß sein, im nächsten Moment aber schnell zu Nervensägen werden. Doch in Myanmar veränderte sich diese Meinung plötzlich.

Auf einmal waren alle Kinder für mich besonders. Ich war von Liebe erfüllt für die kleinen, unschuldigen Wesen, die mit ihren niedlichen Patschehändchen nach den großen Pranken ihrer Väter griffen.

13.jpg

Das Mädchen trägt ein babyrosa Prinzessinnenkleid und die typische burmesische Schminke Thanaka. Foto: kawe

Ich war von Liebe erfüllt für die Zukunft der burmesischen Bevölkerung, von denen die meisten keine wirkliche Zukunft haben.

Kinderarbeit ist weit verbreitet

Jedes vierte, fünfte Kind arbeitet in Myanmar. In einem der ärmsten Länder der Welt gibt es einfach keine Alternative. Viele Menschen haben viel zu wenig Essen, viel zu wenig Arbeit. Letzter Ausweg: sein Kind in die Stadt zum Arbeiten schicken. Ob Straßenbauen, Kellnern oder Kleidung nähen. Für burmesische Kinder gibt es keine Arbeit, die nicht getan wird.

Und diese kleinen, unschuldigen Wesen haben es mir angetan. Als ich sie sah, wollte ich sie unbedingt in den Arm nehmen, am liebsten mit nach Deutschland nehmen und ihnen eine bessere Zukunft ermöglichen. Aber dann dachte ich mir, was heißt schon bessere Zukunft?

Zwei Seiten von Kinderarbeit

In unseren Augen wirkt das Schicksal dieser Kinder vielleicht verloren, doch die Kinder wirken nicht alle unglücklich. Sie wissen, dass sie von ihren Eltern gebraucht werden. Sie sind glücklich, wenn es ihren Eltern gut geht. Und auch wenn Kinderarbeit und Armut auf keinen Fall etwas Gutes sind, kann man es nicht von vornherein verurteilen. Natürlich gibt es schwere, körperliche und auf auf die Psyche schlagende Arbeit, die sofort verboten gehört. Es gibt aber auch Fälle, bei denen Kinder ihrer Familie einfach helfen müssen, um zu überleben.

Jeder Fall ist anders und muss anders betrachtet werden. Und wer das nicht kann, soll eine sofortige Lösung für dieses Problem finden. Nur die gibt es leider nicht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s