Pendeln wie ein Profi: So nutzt Du Deine Zeit

Zwei Stunden hin, zwei Stunden zurück. Ein paarmal die Woche pendle ich wegen meines Nebenjobs von Dortmund nach Düsseldorf. Zeitaufwendig, nervenaufreibend, lästig – denken viele. Mit ein paar neuen Gewohnheiten und Tipps wird pendeln aber nahezu angenehm. 

Als ich mich für den Job in Düsseldorf beworben habe, war die Entfernung schon ein kleines Manko. Jeden Tag 77 Kilometer in eine Richtung – schon ein Stück, vor allem, da ich kein Auto habe. Von Tür zu Tür brauche ich knapp zwei Stunden, was einem am Tag nicht nur wertvolle Stunden Schlaf, sondern auch wertvolle vier Stunden Zeit raubt.

Aber alles halb so schlimm, finde ich nach knapp einem Monat. Aus dem Haus muss ich meistens um sechs Uhr morgens, damit ich um acht Uhr pünktlich bei der Arbeit bin. Topfit bin ich nach dem Aufstehen um 5:30 Uhr nicht, aber die Zugfahrt hat mich schon auf den Arbeitstag vorbereitet.

6 Tipps für den Pendler

1. 5:25 Uhr, 5:27 Uhr, 5:30 Uhr

Finde Deinen Rhythmus zum Aufstehen. Am Anfang hatte ich einen furchtbar unruhigen Schlaf, immer Angst, nicht rechtzeitig aufzustehen, zu verschlafen. Also habe ich mir anfangs den Wecker etwas früher gestellt, um noch einen Puffer zu haben. Mittlerweile weiß ich aber, wie viel Zeit ich zum Fertigmachen brauche. Mit ein bisschen Musik im Ohr geht das noch entspannter und der Tag beginnt hervorragend – okay, sagen wir, er beginnt in Ordnung. Schließlich ist es stockdunkel draußen und eigentlich würde ich schon gerne drei Stunden länger schlafen. Aber es ist okay.

2. Noch am Abend zuvor

solltest Du Dir überlegen, wie viel Schlaf Du wirklich brauchst. Manche Menschen sind nach sechs Stunden topfit, manche erst nach zehn. Das ist genetisch bedingt, ändern kannst Du daran wenig. Ich persönlich fühle mich auch nach zwölf Stunden Schlaf ausgelaugt und todmüde, also macht es auch keinen Unterschied, wenn ich vor der Arbeit um 19 oder um 0 Uhr schlafen gehe. Finde Deinen eigenen Rhythmus, versuche es mal so, mal so. Lass Dir nur von keinem reinreden, dass Du  genau sieben Stunden Schlaf brauchst. Auch nicht von der Ikea-Werbung.

3. Fahrzeit, Umstiegszeit

Die Deutsche Bahn ist unpünktlich – Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Arbeit geht um acht Uhr los und Deine Bahn kommt um 7:59 Uhr an. Blöd, das weißt Du. Und jeden Tag die Ausrede zu nutzen, dass die DB die Doofe Bahn ist, ist irgendwann auch unsinnig. Schließlich solltest Du aus Fehlern lernen.

Nimm also lieber die Bahn früher, das erspart Dir den Stress, den Du Dir bei einer Verspätung machst. Die innere Anspannung, das Verlieren der Nerven sind diese zehn, zwanzig, dreißig Minuten, die Du sparst, einfach nicht wert.

3. Die Zeit im Zug

kannst Du wirklich wunderbar nutzen. Ich frühstücke immer im Zug, was mir auf dem Weg zum Bahnhof schon immer eine kleine Vorfreude bereitet – perfekt also. Dort mache ich es mir dann gemütlich, vorausgesetzt, ich habe einen Sitzplatz. Also: Stoßzeiten wenn möglich meiden. Probiere am besten mal verschiedene Fahrzeiten aus (sofern Du da flexibel sein kannst) und nimm bei langen Fahrten am besten den Zug, in dem Du sitzen kannst. Vielleicht bist Du dann etwas früher bei der Arbeit, aber immerhin hattest Du eine entspannte Zeit.

Neben dem Frühstück kannst Du die Zeit im Zug wertvoll nutzen. Ob die Zeitung lesen, ein Buch oder ein bisschen Musik hören. Die Zeit im Zug gehört allein DIR. Endlich musst Du nichts Produktives tun, kannst es aber theoretisch tun. Wer eine Sprache lernen oder wiederholen will, nimmt sein Vokabelheft mit, wer die Zeit zum Nachdenken nutzen will, tut das. Kommt sowieso oft zu kurz! 😉

Alternativ gibt es die Filmgucker, die – manchmal legal, manchmal illegal – zuvor Filme auf ihre Laptops und iPads laden und so die Zeit nutzen, um sich vor der Arbeit zu entspannen. Wenn Du ein kommunikativer Morgenmensch bist (zu der Sorte gehöre ich vor acht Uhr eher weniger 😀 ), lerne doch Deinen Sitznachbarn kennen. Trau Dich. Die meisten im Zug siehst Du eh nicht wieder, wäre schon ein Zufall, wenn ihr immer im gleichen Waggon sitzt. Und falls doch: Vielleicht entsteht ja eine Freundschaft, die übers Pendeln hinausgeht. Oder die große Liebe 😉

4. Verliere bloß nicht 

Deine Ruhe. Du kannst Bettler, laute Musik aus den Kopfhörern einer jungen Göre oder nerviges Gequatsche einer sprachmemo-machenden WhatsApp-Süchtigen nicht ertragen? Ignoriere es, soweit es geht – ansonsten direkt ansprechen. Höflich, aber bestimmt darauf aufmerksam machen, dass sie Dich damit stören. Du bist sicher nicht die einzige Person, aber vielleicht die einzige, die sich traut, sich höflich zu beschweren.

5. Keine verlorene Zeit sondern

eine Investition. Ich will Geld verdienen, dann muss ich auch die „negativen“ Nebeneffekte akzeptieren. Und mal ehrlich: Wir verschwenden so viele Stunden täglich an unsere Handys, Laptops und was weiß ich, da kann ich auch anders meine Zeit „verschwenden“. Und verschwendet ist sie nicht einmal, da ich sie ja wertvoll nutzen kann. Also weniger meckern und mehr kreative Ideen zur „alternativen Zeitaufwendung“ entwickeln.

Die Tipps sind jetzt natürlich für Pendler gedacht, die mit dem Zug pendeln. Wer weitere Tipps oder Tipps für Pendler mit dem Auto hat, möge mir gerne schreiben! 🙂

 

 

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Ein Gedanke zu “Pendeln wie ein Profi: So nutzt Du Deine Zeit

  1. Ich pendele zwar nicht, aber einmal im Monat fahre ich Montags nach Bonn und Freitags zurück…mit der Bahn. Das mit dem nervösen Schlaf vorneweg kenne ich und vor-schlafen geht nicht. Ich habe was zu lesen mit oder döse, wenn es leer genug ist arbeite ich auch ein wenig.
    Wenn ich nicht im HomeOffice arbeite „pendele“ ich mit dem Auto nach Hannover (65km einfach), da ist dösen und lesen keine gute Idee aber ich kann ganz gut Hörbuch hören. Früher bin ich jede Woche die Strecke nach Bonn mit dem Auto gefahren, da hatte ich einen ganz guten „Durchsatz“ an Hörbüchern. Bei der vergleichweise kurzen Strecke musste ich mich erst daran gewöhnen und gerade morgens ist es dann doch eher das Radio.

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