Eine Tour durch die Hansestadt – mit Ed Sheeran, Hamburgern und Drogenkünstlern

„Hamburg, da musst Du hin!“, wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Also habe ich das mit meiner Freundin Jenny einfach mal in die Tat umgesetzt. Viele halten die Stadt für die schönste Stadt Deutschlands, das würde ich nicht unbedingt sagen, aber aufregend, hip und modern ist sie auf jeden Fall. Vor allem wenn man spontan 10.000 Euro-Gemälde verkauft bekommen soll, Ed Sheeran und Jane Fonda sieht und sich entscheidet, nach einem Essen auf der Reeperbahn nie wieder zu McDonalds zu gehen.

Ganz die klassische Journalistin habe ich vor unserem Trip nach Hamburg natürlich ordentlich recherchiert, sprich: gegoogelt, was wir uns alles ansehen müssen. Da kamen ein paar Sachen zusammen, allerdings ist Hamburg nicht gerade die Hauptstadt der großen Sehenswürdigkeiten. Was sich trotzdem lohnt, anzuschauen, und warum spontanes Abweichen vom Weg auch in Hamburg Überraschungen birgt:

Kamera ab, Ed Sheeran, Kai Pflaume und Peter Klöppel sind am Start

Holla, die Waldfee, dachten wir, als wir am ersten Tag an der Hamburger Messe vorbeikamen. Eine riesige goldene Kamera blitzte mir entgegen, und tatsächlich: Heute wurden einige Stars, Sternchen und Z-Promis in Hamburg erwartet. Ob wir da einfach mal auf Riesenfans am roten Teppich machen sollten? Warum eigentlich nicht? Habe ich noch nie, und einmal zum Deppen machen, ist ja kein Mal 😉

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Jane Fonda, die Frisur sitzt, das Pokerface auch (unfreiwillig?). Foto: kawe

Also kamen Jenny und ich am Abend spontan wieder vorbei. Um 17 Uhr sollten die ersten Gäste kommen, also standen wir kurz davor am roten Teppich. Dritte Reihe, ganz guter Blick und noch einige Fans um uns herum. Doch einige von denen waren Hardcore-Fans. Jedes Jahr kommen sie an den roten Teppich, wenn die Verleihung der Goldenen Kamera stattsfindet. Seit sechs Stunden warteten sie heute schon auf die Celebrities, von denen sie meistens nicht einmal die Namen kannten. Nur die größten Stars, also natürlich die YouTuber (mir erschließt sich immer noch nicht, was die bei der Goldenen Kamera zu suchen haben, sorry) kannten sie. Und natürlich Ed. Ed Sheeran.

„Ed, Ed, Ed, Ed!“, schrien sie, als der Rotschopf den roten Teppich betrat. Typisch mit einem minimal angedeuteten Lächeln und unsicher wirkend trat der Winzling von einem Fuß auf den anderen, blinzelte in ein paar Kameras, war aber nach einigen Minuten auch nicht mehr zu sehen. Einige Mädels hatten beinahe einen Herzinfarkt, andere in die Hosen gemacht. Auf mein liebevolles „Ed, ich will ein Kind von Dir“ bekam ich leider keine Antwort…

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Der gute, alte Fernsehkoch Horst Lichter macht direkt Appetit. Foto: kawe

Dennoch: Die zwei Stunden am roten Teppich waren wirklich witzig und haben sich gelohnt, einmal kann man das auf jeden Fall mal machen. Von Jane Fonda über Collin Farrell haben wir noch deutsche Berühmte wie Max Giesinger, Namika, Peter Klöppel und Bastian Pastewka gesehen und vielleicht noch einige mehr, die wir dank Make-Up oder gruseliger Kleider einfach nicht erkannt haben. Witzig war’s und eines haben wir gelernt: Kai Pflaume bleibt immer noch auf dem Teppich, selbst wenn schon  alle am Buffet sind. Der Herr nimmt sich Zeit für seine Fans! 😉

Wahres Shopping-Erlebnis neben den 08-15-Läden

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An diesem Stand war der Verkäufer etwas sauer, dass er nicht fotografiert wurde! 😉 Foto: J.S.

Zum schönen Shoppen geht’s am besten ins Karolinenviertel oder zur Sternschanze. Da reihen sich die Vintage- und Second-Hand-Läden aneinander und auch der ein oder andere Flohmarkt springt auf einmal aus dem Boden. Wir waren zum Beispiel bei 24 Colours, Pick n Weight  und auf einem Flohmarkt. Ein paar Schnäppchen hab ich mitgenommen und im Hamburger Gängeviertel sogar ein paar Gratis-Bücher. Obendrein noch ein paar schöne Urlaubsschnappschüsse und mich dabei ein bisschen wie ein Model gefühlt, typisch Mädchen eben 😉 – und perfekt war der Tag in den hippen Stadtteilen der Hansestadt.

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Da kann ich ja fast mit Ed mithalten ;). Foto: J.S.

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Das Gängeviertel war auf jeden Fall einen Gang wert! Auch wenn ich da nicht unbedingt wohnen muss 😉 Foto: J.S.

Eine kiffende Arielle, eine aufgespritzte Cosma Shiva Hagen und Tausend-Euro-Gemälde

Der Jungfernstieg – die vielleicht bekannteste Straße in Hamburg. Teure Läden reihen sich aneinander, aber auch bezahlbare wie H&M und Zara. Fürs kleine Portemonnaie ist auf jeden Fall etwas dabei und in der Nähe konnten wir auch gleich das schöne, prunkvolle Rathaus und die Kirche Sankt Michaelis bewundern.

Auch nicht so weit entfernt befindet sich die Speicherstadt, der weltgrößte Lagerhauskomplex, in dem Lagerhalter früher unter anderem Kaffee und Tee gelagert haben. Ein Ort, an dem wohl jeder Touri ein Foto macht und machen muss – zu schön und bekannt sind die roten Backsteinbauten.

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Lächeln ist das schönste Geschenk für Dein Gegenüber. Foto: J.S.

Unweit davon, irgendwo zwischendrin, entdeckten wir ganz zufällig die Pop-Up-Galerie, also eine kurzweilige Galerie, FY I am famous. Knallbunte Bilder sprangen uns ins Gesicht und auch eine freundliche, blonde, schick angezogene Galeristen lächelte uns entgegen. Sie passte so gar nicht zu den Gemälden, was dann doch noch mehr zu der skurrilen Szene passte.

Etwa eins, zwei Stunden verbrachten wir dann in der kleinen Galerie, in der Gemälde von dem Künstler Ulli Pforr ausgestellt waren. Die Galeristin interpretierte mit uns fast jedes einzelne Gemälde, erzählte uns von dem Leben des Künstlers, dessen Bilder von einem Aufenthalt in einer Psychiatrie und auch von seiner Homosexualität geprägt sein sollen.

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Cosma Shiva Hagen ist häufig auf Ulli Pforrs Gemälden zu sehen, sie ist eine Freundin von ihm und eine Muse. Foto: kawe

Die Gemälde sind verwirrend, überraschend, voller kleiner, bunter Details, voller Drogen, Exzesse, Partys und Botox und doch auch voller Gefühl, Tristesse und manchmal auch Eleganz. Die Gemälde waren dann für unser Studentenportemonnaie dann doch etwas zu teuer, Kunstdrucke für über hunderte von Euros auch nicht ganz in unserem Budget – ich weiß nicht, ob die Galeristin einfach gerne mit uns plauderte oder wirklich glaubte, uns etwas verkaufen zu können – aber gelohnt hat sich dieser Besuch auf jeden Fall.

Und wer weiß, wenn ich mal im Lotto gewinne (auch wenn ich nie spiele und wohl auch nicht spielen werde), vielleicht besorge ich mir dann ein Gemälde fürs Büro. Abschrecken könnte es potenzielle Kunden oder Besucher aber auf jeden Fall.

Traumhafte Sonnenuntergänge gibt es nicht nur in der Karibik

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Romantisch. Foto: kawe

Wer schon einige meiner Blogeinträge gelesen hat, weiß, dass ich Sonnenuntergänge liebe (zum Beispiel in Porto und Bergen). Und auch in Hamburg bin ich wieder Zeugin eines wunderschönen Sonnenuntergangs geworden, und zwar an der Außenalster. Nach einem sehr langen, aber auch sehr schönen Spaziergang um den See herum, durften wir am frühen Abend sehen, wie der Himmel immer wieder seine Farben veränderte, von orange bis rosa, lila, hellblau und dunkelblau und konnten unsere Fotoapparate und Pupillen kaum stillhalten. Sehr schön, sehr entspannend.

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Einfach nur schön. Foto: kawe

 

 

Gegensätze wie Chips und Schokolade: die Reeperbahn und Blankenese, Polonaise

Die Reeperbahn, jedem Deutschen für pralle Brüste, verdächtige Männer und versoffene Nächte bekannt. Und tatsächlich: Auf der berühmt berüchtigten Straße fühlte ich mich nicht gerade wohl. Ein paar unheimliche Gestalten, ein paar Männer, die aus dem Titty Twister kamen und sich die Hosenställe zu machten, und eine Reihe von Prostituierten in Ugg-Boots und engen Leggings. Eine Straße, die ich mir persönlich in Hamburg auch hätte sparen können – nicht nur wegen dieser Attribute.

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Das Strandhotel – in unserem Budget nicht drin, aber schauen ist ja kostenlos. Foto: kawe

Im Fünf-Sterne-Edelrestaurant McDonalds auf der Reeperbahn habe ich dann, muss man ja wohl in HAMBURG, einen HAMBURGer gegessen. Hat mir nicht gut getan, Tage voller Übelkeit und ohne die Möglichkeit, etwas zu mir zu nehmen, folgten. Die Lehre: Erst mal nicht so schnell wieder zu McDoof. Vor allem nicht an der Reeperbahn.

Das komplette Gegenteil: Das Reichenviertel Blankenese. 9,8 Kilometer von der Reeperbahn entfernt, für uns Power-Spaziergängerinnen natürlich kein Problem 😉 Der Strandweg lohnt sich auf jeden Fall, ein paar Urlaubsgefühle kamen auf. In Blankenese gibt es dann einige schöne, nahezu prunkvolle Häuser zu bewundern und auch einige Treppenstufen zu laufen, sofern Du Dir dir im Treppenviertel die Wohnhäuser anschauen möchtest. Ich persönlich würde da nicht gerne wohnen, mir würde es davor grauen, schwere Einkäufe nachhause zu bringen. Für einmal anschauen sind es aber wirklich nicht so viele Treppenstufen, das kann auch jemand, der nicht so fit ist! 🙂

Wenn Du sonst gerne in Deutschland unterwegs bist, empfehle ich Dir meine Blogeinträge über Berlin, München und Düsseldorf. Ganz exotisch dann auch noch Dortmund! 😉

 

 

 

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