10 things you have to do in #Brussels

Une titre anglaise? Huch, excuus! Na, sorry, jetzt aber wirklich. Brüssel, die Hauptstadt Belgiens und der ganzen EU, ist einfach zu international, um bei einer Sprache zu bleiben. In drei Stunden habe ich alle wichtigen Städte Europas erkundet, in zehn Sekunden bin ich schon in Marokko gelandet – denn: Mal höre ich einen Belgier auf französisch fluchen, mal ein Paar auf niederländisch flirten. Die häufigste Sprache aber? Arabisch.

Warum? Weil über 50 Prozent der Brüsseler Ausländer sind, überwiegend Marokkaner. Ob ich mich unsicher fühle in Brüssel, haben mich viele gefragt. Wegen der Terrorgefahr, der Ausländer,… Keine Sekunde – okay, vielleicht in einem Moment. Da habe ich tatsächlich fast einen Herzinfarkt bekommen und bin gleichzeitig fast zur Märtyrerin geworden. Aber dazu später mehr.

Insgesamt ist Brüssel einfach eine wunderbare Stadt, die Mischung aus niederländischer, französischer und marokkanischer Kultur ist einzigartig, die Architektur und Parks einfach zauberhaft. Einmal habe ich mich wie Arielle, die Meerjungfrau, gefühlt. Aber der Reihe nach, pardon.

Dix choses que tu dois faire a Bruxelles (oder so ähnlich)

  1. „Bonjour, une gaufre avec la creme fraiche, s’il vous plait.“

Jeder, der mich ein bisschen besser kennt, weiß, dass ich ein absoluter Frankreich- und Französischfan bin. Da passt Brüssel mit seinem niederländisch-französischen Flair natürlich perfekt in mein Städte-Beuteschema.

 

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Les frites belges. Foto: kawe

Auf der Straße französisch nach dem Weg fragen, sich im Laden auf französisch nach der richtigen Größe erkundigen, im Restaurant auf französisch bestellen – voila! Es gibt nichts besseres als belgische Schokolade (Mjaam! Die Pralinen, ein Genuss! Auch wenn eine Minimum einen Euro kostet und eine niemals genug ist! :D), belgische Gaufres (Halleluja!) und frites belges mit andalusischer Soße – die Soße der Himmel, die Pommes für mich auch okay. Wobei ich schmale, fetttriefende Pommes ehrlich gesagt bevorzuge.

 

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Forget love – I’d rather fall in chocolate. Foto: kawe

Aber die meisten Touristen und Belgier verlieben sich in die dicken, gelben, belgischen Pommes. Und, Obacht: Bestelle nicht French Fries – schließlich sind die Fritten original in Belgien erstanden, compris?

 

 

 

2. Vintage-Läden und leckeres Gratis-Obst

Eines der schönsten Gefühle, die ein Mädchen empfinden kann? Ein schönes Kleidungsstück zu besitzen, das keine andere hat – zumindest keine andere, die frau kennt. Und wo bekommt man so etwas besser als in Vintage- und Second Hand-Läden? Ein Freund und ich haben uns sofort in Docks Caviar verliebt. Toller Laden, tolle Preise!

 

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Noch besser als gute Preise? Keine Preise! Ganz viel leckeres Obst gab es nämlich am Marché du midi zu probieren. Ob Trauben, Himbeeren, Erdbeeren oder Orangen: Alles durfte ich probieren, so viel ich wollte. Mhmm! Und kleine Snacks und Dips gab es auch gratuit!

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Schmeckt noch besser als es aussieht! Foto: kawe

3. Arielles Meeresgrotte

Eine Meeresgrotte mitten in einer Stadt, die nicht einmal Meeresanschluss hat? Genau so etwas in der Art haben ein neuer englischer Freund und ich in Brüssel entdeckt – ganz in der Nähe vom Square Ambiorix. Schnurstracks sind wir, verbotenerweise, pardon, über einen meterhohen Zaun geklettert, durch dichtes Gestrüpp, Dornen und riesige Berge hinunter- und hochgeklettert, um die kleine Oase zu finden, die einfach wunderschön war.

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Okay, der Zaun war vielleicht einen Meter hoch – mit einem Rock hoch genug, um zum Problem zu werden. Das dichte Gestrüpp und die Dornen allerdings wirklich eine Challenge! Als wir wieder hinauskletterten, bemerkte ich auch, dass das Tor nur zum Schein verschlossen war – und wir uns das Klettern über den Zaun auch hätten sparen können. Aber, was soll’s: So war es ein noch größeres, kleines Abenteuer im Städtedschungel.

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Foto: kawe

4. Hoch hinaus: Die schönsten Aussichtspunkte

Wer Brüssel besucht, muss unbedingt die höchsten Punkte der belgischen Hauptstadt besteigen. Hier meine schönsten Aussichtspunkte:

  • Atomium: Nicht nur DAS Wahrzeichen der Stadt, sondern auch der Garant für einen umfassenden Blick über die Stadt. Einziges Manko: happige acht Euro kostet der Eintritt als Student, 12 Euro für Erwachsene. Es gibt zwar noch eine Ausstellung über die Luftfahrt dazu, aber wen das gar nicht interessiert, der sollte sich überlegen, ob er das Geld zahlen will.
  • Palais de Justice: Ein wirklich toller Ausblick, ganz kostenlos und wunderschön zum Entspannen am Abend. Dazu steht dort ab und zu ein Waffel-Verkäufer, also der perfekte Platz zum Ausruhen und genießen. Kostenlos und einfach top!

 

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Brüsseler Skyline. Foto: kawe

  • Parking 58: Auf diesen mehr oder weniger geheimen Tipp hat uns unser neuer Freund Matt aufmerksam gemacht. Auf dem Parkdeck kannst du einen schönen Blick auf die Stadt erhaschen, ebenfalls ganz kostenlos und die Ruhe der Stadt von oben genießen.
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Es gibt nichts Schöneres als Sonnenuntergänge. Foto: kawe

  • Mont des Arts: Der Berg der Künste gibt einen kunstvollen, schönen Blick auf die Dächer der Brüsseler Innenstadt preis. Mit schöner Musik am Abend. Und besonders abends gibt es hier kunterbunter Lichter, die selbst deine Schatten bunt erscheinen lassen. Ein tierischer Spaß!

 

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When the sun goes down… Foto: kawe

  • Ach ja, und wenn du sowieso schon am Mont des Arts bist: Gehe direkt noch zum Grand Place. In diesen Platz habe ich mich direkt verliebt – und das tue ich wirklich selten! 😉

 

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Der Grand Place bei Nacht – wow! Foto: kawe

5. La Grande Mosquée

Ich, ein riesiger Fan von fremden Kulturen und Religionen, war schon in allen Gotteshäusern der Weltreligionen: christliche Kirchen, hindu- und buddhistische Tempel, Synagogen,… Nur in einer Moschee war ich noch nicht: Bis ich in Brüssel war. Ein riesiges Gebäude stach mir da im Parque Cinquentenaire ins Auge, ein großes Plakat sagte: Le Grand Mosque, die große Moschee. Ich wollte direkt rein.

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Von außen und innen wirklich schön: Le Grand Mosque. Foto: kawe

Und es war wirklich schön: Ein Imam, ich denke mal, es war einer, führte uns freundlich zu dem Gebetsraum. Wir mussten erst einmal mit einem Aufzug in den zweiten Stock, die Jungs durften dann gleich dableiben, ich musste noch ein Stockwerk laufen, zu dem Gebetsteil, in den auch Frauen zugelassen waren. Ich – aufgrund des Wetters in kurzem Rock und T-Shirt, mit einer blonden, lockigen Haarpracht. Die Musliminnen – mit Kopftuch, wehenden Gewändern und irritiertem Blick ob einer im Gegensatz zu ihnen so freizügigen jungen Frau.

Der Gebetsraum war riesig, mit einem scharlachroten Teppich bedeckt, von einem riesigen, funkelnden Kronleuchter beleuchtet. Von dem Balkon konnte man auf die betenden Männer hinunterblicken.

Nach einiger Zeit ging ich hinunter, stieß zu den Jungs und dem Imam, der ihnen erklärte, warum Männer und Frauen getrennt beten: Beide Geschlechter könnten sich nicht auf das Beten konzentrieren, wenn sie neben einem attraktiven Menschen des anderen Geschlechts beten müssten. Da wären Menschen einfach wie Tiere. Wenn eine Frau mit schönen Haaren und toller Figur vorbeilaufen würde, dann könnten sie sich auch kaum zurückhalten. Deswegen sollten Frauen Kopftücher tragen, aus Schutz vor dem wilden Manne.

Da soll jeder denken und glauben was er will, der Imam war jedenfalls sehr freundlich, beantwortete unsere Fragen und kam ganz allein auf das Thema IS: Was für eine Manipulation das wäre, alles nur Quatsch. Ein großes Problem für Christen, ein noch größeres für Muslime: Schließlich werde der Islam instrumentalisiert und die Gehirne der Radikalisierten gewaschen.

6. Überall nur pissende Kinder

Was jeder Tourist in Brüssel sehen muss: Manneken Pis. Was das ist? Ein kleiner, pinkelnder Junge. Sehr klein, sehr unspektakulär: für mich aber einfach lustig. So viel Tratra um einen pinkelnden Jungen? In jedem Souvenirshop tausende von Figürchen von einem kleinen Nackedei, der sich sein gutes Stück hält. Die sind doch verrückt, die Belgier!

 

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Das Pisskind… Foto: kawe

Die Geschichte dahinter? Nicht ganz klar. Die einen behaupten, der Vater des Kleinen hätte ihn mal in einer Menschenmenge verloren und erst fünf Tage später in die Ecke pinkelnd wiedergefunden. Andere sagen, er habe einen großen Stadtbrand gelöscht: Mit seinem Urin.

Ein kleiner Geheimtipp? In der Stadt gibt es auch Jeanneke Pis, ein kleines, pinkelndes Mädchen. Für die Feministinnen unter uns. Lang lebe die Emanzipation!

7. Auf den Spuren von Tim und Struppi

Oh ja, Comics zeichnen können die Belgier. Überall in der Stadt sind hunderte von Comics verstreut, jedes mit einer kleinen, eigenen Geschichte. Was die Brüsseler noch drauf haben? Street Art. Besonders in der Nähe des Mont des Artes gibt es die bunte Straßenkunst zu sehen. Interessant und extravagant.

Interessant, aber leider auch sehr traurig, ist eine Fotoausstellung am Fuße des Kunstberges. Es zeigt Menschen, die unter dem Krieg leiden, die in Flüchtlingscamps wohnen, mit amputierten Körperteilen.

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8. „Bonjour, ca va?“

Am schönsten ist es immer, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen. So sprach mich in einem kleinen Park eine Belgierin auf französisch an, und ich war sehr stolz, dass ich vieles verstand, wobei ich ewig kein Französisch mehr gesprochen hatte. Sie erzählte mir die Geschichte des Parks, aber irgendwann kam sie auch zu etwas Negativem: Die Marokkaner würden den Park verdrecken, allgemein würden sie alles kaputt machen in der belgischen Hauptstadt. Ich war sprachlos über diese Diskriminierung von Ausländern, wollte dazu nichts sagen. Das Gespräch mit Einheimischen empfehle ich, aus Rassismus und Ausländerfeindlichkeit aber unbedingt raushalten…

9. Jeder Mensch ist abhängig.

Wenn wir schon beim Thema Gespräche sind: Vor dem Theatre National entdeckten wir einen super coolen Van, besser gesagt zwei Vans in einem:

 

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Independence. Foto: C. B.

Was sich darin verbarg? Ein Projekt eines Brüsseler und eines Kameruner Schauspielers, die Passanten zu einem Gespräch über (Un-)Abhängigkeit einluden.

Wann denken wir schon über dieses Thema nach? Bei abhängigen Ehefrauen? Beim Thema Religionen, Armut, im Job? Das Thema kann aber noch viel kleiner gefasst werden. Wir sind abhängig von so vielen Menschen, von so vielen Menschen, die wir nicht einmal kennen. Von den Kindern und Frauen, die unsere Kleidung in Bangladesch herstellen (auch wenn Made in China draufsteht), von den Menschen, die unsere Zahnpasta, unser Klopapier, unsere Schminke, einfach alles herstellen. Von unseren Eltern, Freunden, Bekannten, dem Bäcker, dem Supermarktverkäufer um die Ecke. Von so vielen Menschen, die wir manchmal nicht einmal grüßen oder grüßen können.

Ein interessantes Projekt, und ein Beweis, dass spontane Tiefgänge zum Nachdenken anregen und die Zeit wert sind.

10. Einmal quer durch Europa.

Mini-Europa: Eine Ausstellung unter freiem Himmel, die alle Länder der EU darstellt. Einmal quer durch Europa also, einmal Informationen zu vielen Ländern bekommen, einmal bilden, träumen, durch einen Kontinent reisen in knapp zwei, drei Stunden.

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Paris, mon Amour! Foto: kawe

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Noch steht die Westminster Abbey im Mini-Europa. Doch wie lange noch?

 

13,80 Euro kostet das Ganze, viel Geld, aber auch viel Wert! Mehr will ich nicht erzählen, erlebe es lieber selbst!

So, das waren meine Tipps für Brüssel, manche ganz 08-15, manche ein Geheimtipp. Wenn Du noch mehr Tipps haben möchtest, schreib mir gerne! Oder auch, wenn Du selbst noch welche hast. Man lernt nie aus! 🙂

Ps.: Ach ja, und zu meinem Angst-Augenblick in Brüssel. Ich bin alleine zur Sacre Coeur spaziert, als ich auf einmal grausame Schreie einer Frau hörte. Ich drehte mich in alle Seiten um, und sah eine muslimische Frau mit Kopftuch rennen. Mein Herz klopfte, ich wollte gerade zu ihr laufen und fragen, was los ist, als ich merkte, dass sie nur joggte und nicht davonrannte. Die Schreie hörte ich trotzdem noch.

Verwirrt drehte ich mich nochmal in alle Richtungen um und sah dann eine verwirrte Frau spazieren, die wild herumschrie, wie eine Furie. Solche quälende Schreie hatte ich noch nie gehört, aber scheinbar war die Frau nur psychisch krank… Angsteinflößend, aber keine Bedrohung. Die Schreie höre ich trotzdem noch…

 

 

 

 

 

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