Kroatien – Wasserfälle, leuchtend blaue Seen und Berge

Komm mit, komm mit mir ins Abenteuerland… Okay, ich lasse den Rest des Songtextes von Pur mal im Nichts verschwinden – wenn Du meine Gesangsstimme kennst, erträgst Du mein Singen sowieso nicht so lange 😉 Was ich aber eigentlich damit einläuten will: Meine wunderbare Tour durch Kroatien. Wasserfälle en masse, Seen von einem Blau, dessen Namen ich nicht einmal kenne, und Bergspitzen, die mir wortwörtlich den Atem raubten. Kroatien – eine Reise, die einem das Wunder der Natur zeigt.

 

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Plitvicka Jezera Foto: kawe

 

Unsere Stationen: Zagreb, Plitvicka Jezera, Zadar, Paklenica, Krka Nationalpark

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Alle Wege führen ins Glück. Foto: kawe

Station 1: Zagreb – über zerbrochene Liebschaften und eine Schwangerschaft aus Liebe

Die europäische Hauptstadt, in die kaum ein Deutscher reist – geschweige denn überhaupt Touristen. Den Eindruck hatten wir jedenfalls. Die Straßen schienen leergefegt, weit und breit kaum ein Tourist – nicht mal der typische deutsche Touri mit weißen Tennissocken und Sandalen war zu sehen. Einer der Gründe mag die unglaubliche Hitze gewesen sein (um die 37 Grad, wir schwitzten literweise – dabei reisten wir erst am dritten Tag zu den Wasserfällen…).

Dennoch ist die Stadt wirklich schnuckelig (ein passenderes Wort fällt mir nicht ein 😉 ) und perfekt für den Start unserer Kroatientour.

Für eine Hauptstadt ist die Innen- und Altstadt Zagrebs vergleichbar ziemlich klein. Die Architektur ist vielfach gotisch und dem Historismus zuzuordnen, kleine, bunte Gebäude reihen sich aneinander und sind einfach schön anzusehen.

Must-Sees in Zagreb: In Zagreb lohnt es sich, einfach durch die Stadt zu schlendern und sie auf sich wirken zu lassen. Die Kathedrale von Zagreb (Katedrala Uznesenja Blažene Djevice Marije i svetih Stjepana i Ladislava) ist ein Hingucker und auch die Aussicht vom Stadtviertel Gornji Grad-Medveščak ist einfach schön.

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Über den Dächern Zagrebs. Foto: kawe

 

Lohnenswert sind auf jeden Fall auch der Park Josipa Jurja Strossmayera und das kroatische Nationaltheater Hrvatsko narodno kazaliste, das mit der Sonne um die Wette leuchtet (so ein strahlendes Gelb hat das Gebäude).

Meine Vorliebe zu Friedhöfen im Ausland (ja, ich bin ein wenig verrückt) führte uns auch zum Mirogoj-Friedhof. Zauberhafter Efeu rankte sich um gotische Bögen und besondere Gräber luden uns zum Grübeln über die vergangenen Leben der Kroaten ein.

 

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Miese Qualität, aber packende Geschichte… Foto: kawe

Mein absolutes Hightlight war aber defintiv das Museum of Broken Relationships. In den zwei, drei kleinen Räumen werden wahre Geschichten von zerbrochenen Beziehungen erzählt. Menschen aus aller Welt erzählen über ihre große Liebe zu Männern, Frauen, Müttern und Vätern gepaart mit Gegenständen wie knallroten Pumps oder Fotos, die sie an die zerbrochenen Beziehungen erinnern. Die Geschichten berührten mich, und da ich wirklich nicht zu den emotionalen Menschen gehöre, ist das wirklich ein kleines Wunder.

Ein kleines Wunder wollte auch ein süßer Kroate am zauberhaften Strossmayerovo vollbringen. Er legte meiner Freundin Maja die Karten und sagte ihr eine malerische Zukunft für die Liebe voraus. Sie würde sich erst verlieben, dann ein Kind bekommen (Halleluja, dass es nicht andersrum passiert, sagte ich und erntete ein zauberhaftes Lachen von ihm) und ihre Zukunft würde einfach perfekt aussehen.

Der Kroate spielte dazu auf einer Ukulele ein süßes Lied (Gesang und Gitarrenspiel hätte ich locker genauso hinbekommen:D ), sein Charme sowie sein Slogan „Nice Future nice price“ verzauberte uns dennoch. Den Preis für die Wahrsagerei durfte Maja übrigens selbst bestimmen. 😉

6.jpgDie Location hätte er allerdings nicht besser wählen können. Am Strossmayerovo gab es täglich ab 21 Uhr Livemusik in lockerer Atmosphäre. Wir entdeckten außerdem  Treppenstufen, die zu einem kostenlosen Freilichtkino sowie kleinen Ständen mit Getränken führten – chillen in der kroatischen Hauptstadt mit Ökos und Hippies. Entspannung pur.

Mein letzter Tipp für Zagreb: Der Secondhand-Laden Ulicni Ormar. Schnäppchen, überwiegend aus den 50ern und 60ern. Super schön und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ach ja, und in der Straße Tomiceva Ulica und den Nachbarstraßen gibt es die besten Restaurants und Bars. Nicht vergessen, Cevapcici zu probieren! 😉

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Kate in Zagreb. Kleid: Ulicni Ormar. Foto: J.S.

Station 2: Plitvicka Jezera – Einer der schönsten Orte, die ich bisher gesehen habe

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Ein Stückchen Himmel auf Erden. Foto: J.S.

Sprödes, löchriges Gestein, Karstwasser und Kalk. Nicht gerade schöne Wörter, die grob das Phänomen beschreiben, das wir an den Pliticer Seen bestaunen durften. Besondere Blautöne strahlten uns entgegen, die durch das Kohlendioxid und den Kalk im Wasser entstanden sind. Wasser bahnte sich seinen Weg über verschiedenes Gestein, brach in Wasserfällen in die zahlreichen, verschiedenfarbigen Seen.

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Hello, beauty of nature! Foto: J.S.

Die Fotos können leider nur ansatzweise die Schönheit der Plitvicer Seen zeigen. Zwei Tage haben wir in dem Nationalpark verbracht, sind 25 bis 35 Kilometer durch die Wälder und über die Seen gewandert oder mit einem kleinen Boot gefahren.

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Wasser fällt. Foto: kawe

 

Ein Tipp fürs Portemonnaie und die Durstigen: Genügend Wasser und Essen einpacken. Im Park gibt es nur wenige Möglichkeiten, etwas aufzufüllen und zu kaufen und günstig ist es dann auch nicht gerade. Außerdem verdurstet man bei knapp 40 Grad in der Sonne, wenn man zwei, drei Stunden mit einer anderthalb Liter Flasche Wasser überleben möchte.

Station 3: Zadar – Klippenspringen, venezianischer Flair und Vollmondfeste

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Foto: J.S.

Römisch, venezianisch, fränkisch, kroatisch – nur einige Einflüsse, die auf die Architektur und den Flair Zadars einwirken. Die Stadt an der Küste Norddalamtiens  ist nicht unbedingt der Urlaubsort Kroatiens, doch begeisterte uns mit seiner hellen Architektur und dem italienischen Flair.

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Ein bisschen körperliche Aktivität in der brennenden Hitze. Foto: J.S.

Zadar erkundet man am besten zu Fuß. Die kleinen, weißen Gassen laden zu Spaziergängen ein, immer wieder konnten wir uns in kleinen Souvenirshops oder Boutiquen von der heißen Mittagshitze abkühlen. Vor allem die Kirchen, wie beispielsweise die Kathedrale Sveta Stosija , und das Morkse Orgulje, eine bunte, beleuchtete runde Fläche am Wasser, runden die Schönheit des Städtchens ab. Eine Meeresorgel liefert eine besondere (nicht unbedingt schöne) Hintergrundmusik und beim Vollmondfest erfüllten zahlreiche Essenstände die Luft mit gegrilltem Reis, Popcorn und Obst.

Entspannen konnten wir uns an Klippen, die ins Wasser ragten oder groben Steinstränden, bei denen man unbedingt aufpassen musste, sich nicht an den Steinen zu verletzen. Kein klassischer Strandurlaubsort also, aber der perfekte Ausgangspunkt für unsere Trips zu den Nationalparks Paklenica und Krka.

Station 4: Paklenica – Atemlos durch die Berge

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Lächeln wir die Anstrengung mal weg 😉 Foto: J.S.

Unser nächster Trip führte uns in den Nationalpark Paklenica, nur etwa eine Stunde mit dem Bus von Zadar entfernt. Paklenica bedeutet „Kleine Hölle“ und für mich war sie es tatsächlich auch für einige Momente. Wir begegneten zwar keinen Braunbären, Schlangen oder Luchsen, vor denen wir uns vielleicht hätten in Acht nehmen müssen, wanderten aber einen ziemlich steilen Berg hinauf, der mir durch die Mittagshitze wirklich den Atem raubte.

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Jetzt ’ne Runde fliegen – das wär‘ doch was. Foto: J.S.

Auch hier gilt es also, ausreichend Wasser mitzunehmen und sich vorher vielleicht zwei Mal zu überlegen, ob Du einen 900-Meter-Berg erklimmen möchtest. Unter normalen Umständen kein Problem, bei 35 Grad aber schon.

Tipp Nummer zwei: Nimm Dir gutes Schuhwerk mit. Einige Steine sind schon ziemlich abgeschliffen und dementsprechend rutschig. Zum Glück bin ich nur einmal auf meinem Hintern gelandet. 😉

Station 5: Krka Nationalpark – schöne Wasserfälle, große Touristenabzocke

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Natur pur. Skradinski Buk. Foto: kawe

Auf die Krka-Wasserfälle freute ich mich besonders. Sie waren einer der Hauptgründe, wieso ich überhaupt darauf kam, nach Kroatien zu reisen. Ein Freund von mir hatte vor ein paar Jahren ein Foto von ihnen auf Instagram gepostet, das ich ewig im Hinterkopf hatte, als ich überlegte, welche Ziele ich in Europa noch bereisen musste. Manchmal ist Instagram dann doch eine gute Inspirationsquelle.

Die Wasserfälle waren dann auch wirklich schön. Vor allem der Skradinski buk begeisterte uns. Das Wasser strömt über 17 Stufen mit einer Gesamthöhe von 45,7 Metern und zeigt, wie schön Natur sein kann.

Ein Manko waren die Touristenmassen, die vor den Wasserfällen schwammen und auch die Brücken, die über den Fluss führten, ziemlich belagerten. Da aber jeder das Recht haben soll, schöne Natur zu betrachten, zuckten wir darüber einfach nur die Schultern und machten das Beste draus.

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Birkenstocks – meine ewigen Begleiter über Stock und Stein. Foto: kawe

Auch nicht so erfreulich war es, dass wir nicht die anderen Sehenswürdigkeiten des Nationalparks betrachten konnten. Zum Roski Slap und anderen Orten wären wir nur mit einem kostenpflichtigen Schiff gekommen – oder mit einem Auto, das wir allerdings nicht zur Verfügung hatten. Zudem hatten wir das Gefühl, dass jede Kleinigkeit im Nationalpark zu Geld gemacht werden sollte, zu anderen Orten konnte man ohne Auto oder Schiff auch nicht kommen und Getränke kosteten mindestens doppelt oder dreifach so viel wie normalerweise.

Dennoch genossen wir den kleinen Teil des Nationalparks, den wir zu Fuß durchlaufen konnten und ich schwamm noch eine Runde in dem Wasser, das in einem besonderen Blaugrün leuchtete. Dass das verboten war, erfuhr ich nach einigen Minuten – da hatte ich mich aber zum Glück schon ein wenig erfrischt. 😉

 

 

 

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