Und welcher Reisetyp bist du?

Auf Reisen lernen wir die verrücktesten Menschen kennen. Die einen eröffnen uns ein neues Weltbild, die anderen wollen so viele Nationalitäten ins Bett kriegen, wie es nur geht. In Costa Rica habe ich einige spezielle Reise-Persönlichkeiten kennengelernt. Vielleicht erkennst Du Dich ja in einem wieder?

Der wollüstige Weltenbummler

Ein sympathisches Lächeln, ein glänzendes Sixpack, ein charmantes Kompliment auf den Lippen. Der wollüstige Weltenbummler erscheint wie ein Traummann, erzählt von seinen herzerweichenden Projekten mit krebskranken Kindern und schwelgt in Träumen an eine bessere Welt. Er tut nicht nur so als wäre er sympathisch und gutaussehend – er ist es einfach. Sein Ziel ist es aber, eine hübsche junge Reisende nach der anderen ins Bett zu kriegen. Schön und gut, wenn die Frau das auch möchte. Etwas schade, wenn nicht. Denn dann versucht er es einfach schnell bei der Nächsten.

Der junge Alte

50+, sportlich, abenteuerlich. Der junge Alte hängt mit deutlich jüngeren Reisenden ab, trinkt mit ihnen gerne einen über den Durst und macht sich auch ganz gerne an Frauen ran, die seine Töchter sein könnten. Er kann wirklich jung denken, und sich jung verhalten, aber in einigen Dingen sollte er sich doch lieber zurückhalten – und es bei Frauen in seinem Alter versuchen.

Der ermüdete Reisende

Er hat schon die halbe Welt umkreist, zehn Wasserfälle, fünf Vulkane und hundert Vogelarten gesehen. Für ihn ist kein neuer Strand mehrschön, kein Regenwald mehr spannend und eine Maya-Stätte gleicht der anderen. Der ermüdete Reisende hat einfach schon zu viel gesehen und weiß die Schönheit der neuen Orte gar nicht mehr zu schätzen. Pech für ihn, aber am besten, er behält seine Meinung für sich. Nur herumnörgeln und die Begeisterung der anderen dämpfen, ist nämlich nicht schön.

Das Partygirl

Das Partygirl reist 2000 Kilometer, nicht um die Natur zu genießen, sondern um sich jeden Abend zu betrinken und kein Hostel zu buchen – im besten Fall sucht sie sich nämlich einen wollüstige Weltenbummler oder jungen Alten, um bei und mit ihm zu schlafen. Das Partygirl hat ihren Spaß – und bereichert damit sich und einen Kumpanen für eine oder mehrere Nächte.

Die Abiturientin

Die Abiturientin reist klassisch mit dem Geld ihrer reichen Eltern. Sie weiß einfach noch nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen will, und will sich erst einmal selbstfinden. Dabei lernt sie endlich Selbstständigkeit, ihr Alkohollimit und ihre Vorlieben kennen. Sie genießt das Reisen als Zeit ihres Lebens und macht sich ein Tattoo am Fußknöchel und/oder Handgelenk.

Das fünfte Rad am Wagen

Das fünfte Rad am Wagen hat einen großen Fehler begangen: Es dachte, es wäre okay, sich mit ihrer besten Freundin und deren Freund auf Reisen zu begeben. Doch Fehlanzeige: Die beiden sind doch gar nicht so rücksichtsvoll wie geplant, entscheiden häufig zwei gegen einen und lassen das fünfte Rad am Wagen oft links liegen – zum Beispiel 10 Meter von ihren Handtüchern am Strand. Ohne dass sie es merken, verderben sie dem fünften Rad am Wagen den Urlaub.

Der Chiller

Er reist 2000 Kilometer, um bis 13 Uhr auszuschlafen, die Hostelbar abzuchecken und sich vielleicht mal an den benachbarten Strand zu begeben. Der Chiller schmeißt sein Geld raus, ohne wirklich etwas von dem fremden Land zu entdecken. Das Schöne: Er ist glücklich damit und seine ruhige Ausstrahlung bringt wilde Reisende zur Ruhe.

Die Instagramerin

Die Instagramerin sieht mehr Natur durch die Linse als mit bloßem Auge. Der Wasserfall wird in einen Boomerang gepackt, die erst kürzlich kennengelernten Bekannten werden zum Hashtag New Friends. Die Instagramerin postet, was das Zeug hält, und ist mehr am Handy als in der Realität unterwegs.

Die Naive

Die Naive glaubt an das Gute im Menschen. Sie kauft dem Taxifahrer ab, dass keine Busse mehr fahren, und zahlt 200 Euro, damit er sie in die nächste Stadt bringt – obwohl dafür wohl maximal 30 Euro angebracht wären. Die Naive glaubt an Werbeslogans wie Wir machen dir den besten Preis und gibt viel zu viel Geld aus.

Du warst nicht dabei oder Dir fällt noch ein bestimmter Reisetyp ein? Dann freue ich mich über einen Kommentar oder eine Nachricht!

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Ein Gedanke zu “Und welcher Reisetyp bist du?

  1. Leider entspreche ich keinem der neun Reisetypen 😦 , lächeln.
    Ich war 22, als ich 1964/65 15 Monate als Beatnik mit wenig Geld in allen Ländern des Nahen-, Mittleren- und Fernen Osten per Autostopp, Bus, Night-Train (ohne Ticket), Lastwagen und Fuhrwerk unterwegs war und dabei nie einen ‚Flieger‘ von Innen gesehen habe. Wo soll ich mich also einordnen?
    Weltenbummler ja, sympathisch und gut aussehend ja, liess aber die Finger weg von Frauen, weil es mir zu riskant war. Nur einmal lernte ich am Strand von Tel Aviv ein feines Girl kennen, in das ich mich verliebte. Ich bin auf der Rückreise von Khorramshahr (Iran) auf einem Fischerboot durch das Schatt al-arab ’schwarz‘ nach Basra (Irak) eingereist.

    Habe einfach so die weite Welt gesehen, immer unter den einfachen Menschen gelebt und keine Komforthotels gebraucht. Ich habe vielleicht zwei mal auf einer Hauptpoststelle nach etlichen Versuchen nach Hause angerufen. Meine Reise führte mich durch vielfältige, fantastische Landschaften, durch wunderbare, eindrucksvolle Städte und Sehenswürdigkeiten. Überall lernte ich liebenswürdige Menschen kennen. Ich wusste auch, wo ich mit was Geld verdienen konnte (z.B. Kuwait City, Blutspende, 110 englische Pfund).
    Heute bin ich traurig – wie wenig Lebensqualität von der damaligen Welt übrig geblieben ist. Ernst

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