Damit der Hintern nicht brennt – 10 Tipps für deine Fahrradtour

Ein wunder Hintern, eine knallrote Nase, stechende Rückenschmerzen und ein Döner für zehn Euro – all das und noch einige Problemchen mehr waren Teil der Radtour meines mexikanischen Kumpels Felipe und mir. Um solche Probleme zu vermeiden oder die Schmerzen zu lindern, gibt es hier zehn Tipps für eine Fahrradtour für Anfänger:

[Route: Start in Konstanz, an der Schweizer Seite des Bodensees entlang rüber nach Österreich nach Vaduz in Liechtenstein und zurück]

1. Schone deinen Hintern!
Radlerhosen sind vielleicht nicht gerade schick, aber hätte ich mal eine getragen. Mein Arbeitskollege hatte mir noch ein paar Tage davor dazu geraten. Ich winkte ab, war mal wieder schlauer… Doch wer 200 km in wenigen Tagen auf dem Fahrrad zurücklegen möchte, sollte sich doch so eine unsexy Hose besorgen. Wir zwei konnten nämlich bereits am zweiten Tag kaum mehr sitzen, weder auf dem Fahrradsitz noch auf Stühlen oder dem Boden. Den Hintern wund, dachte ich an meinen Arbeitskollegen. Hätte ich mal auf den gehört…

2. Besorg dir eine Fahrradtasche – oder jemanden, der dir die Tasche trägt!
Auch diesen Tipp bekam ich von meinem Arbeitskollegen – und habe zum Glück auf ihn gehört. Eigentlich wollte ich die Tour nämlich mit einem großen Rucksack auf dem Rücken machen, da ich sowieso nur sehr wenig Gepäck mitnehmen wollte. Zum Glück habe ich mir dann doch die Fahrradtasche meiner Mitbewohnerin geliehen – denn selbst der kleine Rucksack auf meinem Rücken wog nach einigen Stunden Fahrradfahren in praller Hitze gefühlte fünfzehn Kilo. Als ich dann noch die Rückenschmerzen des Grauens bekam (dazu später mehr), gab es nur noch eine Lösung: Meinen Kumpel Felipe! Manchmal ist es dann doch ganz schön, wenn ein Mann ganz altmodisch die Tasche einer Frau trägt. 😉

3. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Setze dir aber klare Ziele!

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Komm, lass mal ein bisschen klettern. Foto: F.H.

Ich will mich nicht selbst loben, aber ich jogge Halbmarathons ohne Vorbereitung, fahre 80 Kilometer Fahrrad ohne Vorbereitung und spaziere spontan auch mal über 30 Kilometer durch Paris. Vielleicht besitze ich eine Art Grundsportlichkeit, aber ich denke, es ist eher der Wille. Wenn ich etwas will, motiviert bin, dann schaffe ich das auch – auch wenn ich nicht ordentlich trainiert habe. Ob das immer eine gute Idee ist, das ist eine andere Sache. Und auch wenn vieles Kopfsache ist, würde ich mir als Fahrradtour-Laie immer klare Ziele setzen. Am ersten Tag fahren wir 40 Kilometer, am zweiten 80, am dritten machen wir eine Pause – zum Beispiel. Wenn du das Ziel vor Augen hast, dann ist es leichter, durchzuhalten.

4. Lachen ist die beste Medizin – ein paar Tabletten dabei zu haben, schadet aber auch nicht!
„Au, Felipe, wir müssen mal anhalten“, rief ich auf dem Rückweg von Liechtenstein in die Schweiz. Ich verspürte einen extremen Schmerz im Rücken, konnte es kaum aushalten. Ich hatte wohl eine Entzündung, konnte es kaum ertragen, konnte nichts Enges mehr tragen geschweige denn einen Rucksack. Bei den kleinsten Bewegungen durchfuhr mich der Schmerz. Rückenübungen am Abend halfen ein wenig, ein paar Ibuprofen-Tabletten ebenso. Dazu empfehle ich bei einer Radtour, Magnesium einzupacken. Hilft bei Muskelverspannungen!

5. Sei kreativ!
Wenn dein Fahrrad in dem kleinsten Kaff weit und breit kaputt geht, du sowieso nicht wirklich Ahnung von Rädern hast, dann hilft nur eins: Kreativität! Felipe hatte auf dem Weg eine Schraube am Kettenblatt verloren, die einiges am Fahrrad zusammenhält. Die Notlösung? Er riss ein Stück Stoff von seiner Kleidung und band das Ding irgendwie zusammen. Kreativ sind sie, die Mexikaner!

6. Nimm den richtigen Reisepartner mit!

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Kann ich natürlich auch 😉 Foto: kawe

Gerade wenn du nicht der erfahrenste Fahrradfahrer bist und eine anstrengende Tour vor dir hast, brauchst du jemanden, der nicht bei der kleinsten oder auch größten Anstrengung schlechte Laune bekommt. Mein Kumpel Felipe und ich hatten es wirklich gut: Wenn wir uns bei einer Strecke einige Kilometer verfuhren (meistens war es die Schuld meiner Orientierungslosigkeit… okay…immer), dann lachten wir darüber. Wenn einer keine Kraft mehr hatte, dann machten wir eben alle zehn Minuten eine Pause. Wenn jemand nichts mehr zu trinken hatte, teilten wir uns die letzten Tropfen. Eine Radtour über Stock und Stein und einige hundert Höhenmeter ist wirklich anstrengend – und da braucht man jemanden, der mit dem schwitzenden, stinkenden und verpeilten Radpartner lachen kann!

7. Such dir eine Route, für die sich die Anstrengung lohnt!

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Wir waren einfach nur hin und weg! Steg, Liechtenstein Foto: kawe

Die Idee der Reiseroute von Konstanz über die Schweiz und Österreich bis nach Vaduz in Liechtenstein hatte ich. Dass die Route so schön ist, war eher Zufall als geplant. Ich hatte einfach nur geschaut, wo ich in Europa noch nicht war und wo man innerhalb einer Woche schön herumfahren könnte. Die Anstrengung hatte sich aber definitiv gelohnt. Am Bodensee entlang zu fahren, am Rhein, an den Alpen vorbei, Liechtenstein und seine Bergseen zu bewundern. Wir mussten einige Berge mit dem Fahrrad überqueren, manchmal mussten wir die Räder anschieben, weil wir nicht mehr konnten. Aber es hat sich gelohnt: Gerade nach sieben Kilometern steilsten Hängen wieder einige Kilometer mit dem Rad runterzurasen mit einem wunderschönen Ausblick, war so ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Einmal und immer wieder!

8. Eine Fahrradkarte ist keine schlechte Idee!
Ich gebe es zu: Ich habe mich schon auf geraden Strecken verlaufen. Meine Orientierungslosigkeit ist ein Fall für sich. Dennoch würde ich jedem empfehlen, sich bei seiner Fahrradtour nicht ausschließlich auf Google Maps zu verlassen. Wir haben uns einige Male verfahren, oft steckten wir in einem Funkloch, häufig waren die Wege nicht gut gekennzeichnet. Es mag altmodisch sein, aber mir hätte eine Fahrradkarte wirklich geholfen – und mal ein bisschen Geld investieren und old school in eine Karte, die nicht nur auf dem Display zu sehen ist, zu schauen, schadet auch keinem.

9. Rudolph, the Red-Nosed Reindeer…
Clowns haben rote Nasen, Rudolph hat eine rote Nase und ich auch immer – zumindest wenn die Sonne scheint. Egal, ob ich Lichtschutzfaktor 20,30 oder 50 auftrage – meine Nase macht Rudolph immer große Konkurrenz. So oder so würde ich jedem Fahrradfahrer im Frühjahr oder Sommer empfehlen, ausreichend Sonnencreme aufzutragen. Der Fahrtwind und die Wolken trügen – man kann sich verdammt schnell verbrennen. Also schön eincremen und braun werden – und sich nichts daraus machen, dass die Nase immer rot wird. Ich habe mich jedenfalls daran gewöhnt und finde mich trotzdem schön! 😉

10. Wann hat der Supermarkt geöffnet?
Informiere dich, wann wo welcher Supermarkt geöffnet hat. Gerade in kleinen Dörfern in der Schweiz hatten die Supermärkte häufig nur bis 17 Uhr geöffnet – als wir dann um 18 oder 19 Uhr ankamen und uns hungrig zum Supermarkt bewegten, standen wir vor verschlossenen Türen. Das kann fatal sein, vor allem für deinen Geldbeutel: Imbissbuden und Restaurants haben vielleicht geöffnet. Wenn aber ein Döner günstig ist, weil er umgerechnet 10 Euro kostet, ärgerst du dich doch, dich nicht informiert zu haben. Und nach einer ewig langen Radstrecke kann es auch sein, dass dich ein einziger Döner gar nicht so satt macht…

 

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