Mexiko: Über Sicherheit, sexy Tänze, das Unileben und die Mexikaner

Fühlst du dich sicher? Wie sind die Mexikaner drauf? Hast du mexikanische Freunde? Wie ist das Essen? Nur einige der Fragen, die ich fast täglich von meinen deutschen Freunden gestellt bekomme. Hier ein kurzer Überblick über meine ersten Eindrücke Mexikos.

1. Nachts alleine herumlaufen? Ein No-Go!

Mit Schlagstöcken und Maschinengewehren bewaffnete Polizisten sind hier auf der Tagesordnung. Egal, ob in der ehemaligen Drogenhochburg Monterrey (wo ich zurzeit studiere) oder in der malerischen Touristenstadt Mérida im Süden Mexikos. Dennoch fühle ich mich hier in Mexiko ziemlich sicher.

Klar, an meinem ersten Tag hier habe ich eine Schießerei miterlebt, aber insgesamt bewege ich mich hier genauso herum wie in Deutschland – tagsüber. Nachts ist es, vor allem in Monterrey, ein absolutes No-Go alleine herumzulaufen. Selbst für eine Strecke von einem Kilometer nehme ich hier ein Uber. Das ist, vor allem für Frauen, einfach sicherer und kostet umgerechnet 1,50 bis zwei Euro. Einheimische empfehlen auch, keine Taxis zu nehmen, weil man nie weiß, wie vertrauenswürdig der Fahrer ist.

2. Mexikaner sind Schätze

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Roomie-Liebe ❤

Drei Wörter, die Mexikaner beschreiben: Offen, hilfsbereit, liebevoll. Nach einem Monat in Monterrey fühle ich mich unglaublich wohl. Wenn ich Hilfe brauche, sind meine mexikanischen Mitbewohner sofort Feuer und Flamme mir zu helfen. Und auch meine anderen mexikanischen Freunde tun alles dafür, damit ich mich wohlfühle.

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Eine mexikanische Freundin von mir hat meine Geburstagsparty organisiert (das erste Mal mit einer Pinata ❤ ), meine anderen (mexikanischen) Freunde haben durch wildes Tanzen, Lachen und Freude dafür gesorgt, dass mein Geburstag unvergesslich geworden ist. Ich bin wirklich positiv überrascht, über diese Gastfreundschaft!

3. Scharf, schärfer, Chiliii

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Foto: ISE Monterrey

Eine Deutsche, sieben Mexikaner. 10 Chilischoten, ein Wettbewerb. Und wer ist die verrückte Deutsche, die teilnimmt und innerhalb kürzester Zeit zehn der schärfsten Chilischoten verschlingt? Kate höchstpersönlich. Tränen laufen über die Wangen der Mexikaner, die Nase läuft, das Gesicht brennt – denn wer Chilischoten in die Hand nimmt und dann sein Gesicht berührt, spürt das direkt.

Ich kämpfe mich durch den Wettbewerb und gewinne – der Jubel und die Anerkennung der Mexikaner ist groß. Immer wieder kommen die Mexis zu mir und klopfen mir anerkennend auf die Schulter. Wie ich das geschafft habe, wollen alle wissen. Keine Ahnung, mentale Stärke vielleicht? Wie ich mich zwei Stunden später gefühlt habe? Darüber sprechen wir lieber nicht. Klar ist auf jeden Fall: Die Mexikaner lieben es scharf – egal, ob scharfe Soßen oder Obst mit Chilipuder. Scharf, schärfer, Mexiko – oder im Falle des Wettbewerbs: Kate.

3. Tacos und Co.? Ich vermisse deutsches Brot!

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Eine der leckersten Speisen bisher: Sincronizadas in Mérida. Foto: kawe

 

 

Mimimimimi denken jetzt wahrscheinlich die meisten. Mexikanisches Essen muss doch wundervoll sein, denken alle. War es auch, zumindest am Anfang. Tacos, Burritos, Enchiladas und und und. Am Anfang meines Aufenthalts habe ich so gut wie alles durchprobiert, mich in das mexikanische Essen verliebt – doch langsam habe ich genug davon.

Irgendwie schmeckt doch alles sehr ähnlich (gut, Monterrey ist auch nicht für das beste Essen bekannt, das findet man eher im Süden) und ich vermisse wirklich leckeres, knuspriges Brot und meine Lieblingsbrötchen aus meiner Mainzer Bäckerei (Nichts geht über Meenzer Brötchen aus der Werner Bäckerei, sorry, diese Werbung muss sein! ❤ ).

4. Die Uni: Ein kleines Paradies

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Sonnenuntergang von der Terrasse der Bibliothek aus. Foto: kawe

Was die Tec de Monterrey angeht: Sie ist ein Traum. Der Traum kostet für mexikanische Studierende aber auch ein gutes Sümmchen: Umgerechnet etwa 10.000 Euro im Jahr.

Die Tec zählt zu den besten Universitäten Südamerikas und kann sich wirklich sehen lassen: Die Bibliothek ist wunderschön, mit einem Ausblick über die Berge Monterreys, mit Kissen, auf denen viele Studierende einschlafen, weil sie so bequem sind, und mit Videospielkonsolen. Das Fitnessstudio sowie ein Schwimmbad sind gratis, auf dem Campus laufen Rehe, Pfauen und verschiedene andere Vogelarten herum. Es gibt Foodtrucks, verschiedenste Sportangebote und und und.

Was die Kurse angeht: Meine Auswahl ist ebenfalls ein Traum, was aber auch daran liegt, dass ich mir nur einen Kurs für Deutschland anrechnen lassen muss, und der Rest freie Wahl war. In einem Kurs lerne ich also Pinatas zu basteln, in dem anderen lerne ich, ethisch korrekt zu leben, in dem anderen berate ich eine Firma, wie sie mit internationalen Organisationen zusammenarbeiten kann. Meine Kurse sind sehr praktisch angelegt, hausaufgabenlastig, meistens hat man drei Prüfungsphasen im Semester. Viel Arbeit für einen guten Lerneffekt.

5. Fiesta Mexicana con mucho mucho perrrreo

Mexikaner können tanzen bevor sie laufen können – das muss es sein. Anders kann ich mir nicht erklären, dass hier sowohl Männer als auch Frauen ihre Hüften bewegen können, als hinge ihr Leben davon ab. Rhythmus im Blut hat hier jeder und bei so vielen sexy Bewegungen kann man nur schwach werden. In Clubs wird so wild getanzt, wie ich es in Deutschland oder Europa noch nicht erlebt habe. Hier macht sich niemand Gedanken darüber, wie er beim Tanzen aussieht, denn alle Mexikaner sehen dabei einfach nur toll aus. Für mich heißt es, so tun als könne ich auch wundervoll tanzen und einfach Spaß haben!

6. Kann ein Land vielfältiger sein?

Sechs Monate werde ich in Mexiko verbringen und schon jetzt habe ich das Gefühl, nicht genug Zeit zu haben, das Land zu erkunden. Die Landschaft ist so vielfältig, von Bergen, zwei verschiedenen Ozeanen bis hin zu Cenoten und pinken Flüssen gibt es hier unglaublich viel zu entdecken. Mayastätten und spanisch geprägte Städte, bunte Häuserfassaden und historische Kirchen so weit das Auge reicht.

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Mehr über Mexiko findest du in meinem ersten Beitrag: Wie es sich anfühlt, bei einer Kartellschießerei in Mexiko dabei zu sein

 

 

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