Diskriminierung im eigenen Land: Wenn Mexikaner Mexikaner diskriminieren

Bunte Kleidung, fröhliche Klänge, lächelnde Gesichter: So stellen wir uns Mexikaner vor, die ihre Kultur leben, teilen und stolz darauf sind. Doch viele von ihnen werden diskriminiert – von ihren eigenen Landsleuten.

Als ich klein war, wollte ich immer schwarz sein, eine dunkle Hautfarbe haben, schwarzes Haar. Ich fand das interessanter, schöner, irgendwie reiner als meine langweilige, weiße Haut mit zahlreichen Leberflecken und Sommersprossen, als mein blondes, lockiges Haar.

Als ich klein war, habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, dass Menschen anders behandelt werden, weil sie eine andere Hautfarbe haben. Weil ihre Gesichtszüge anders sind als meine. Weil ihre Haare glatt sind statt lockig. Weil sie eine andere Herkunft haben, vielleicht eine andere Kultur. Als ich klein war, war jeder Mensch für mich gleich. Egal wie schwarz, weiß, dick, dünn, groß oder klein er war. Und vielleicht bin ich heute immer noch klein: Denn meine Meinung hat sich nicht geändert.

„Je weißer, je blonder, je weniger stereotypisch „mexikanisch“ du aussiehst, desto besser“

Anders ist es hier in Mexiko. Das ideale Aussehen für viele: So klischeehaft europäisch und westlich wie möglich. Groß, weiß, blond: perfekt. Denn: Diskriminierung ist weit verbreitet. Indigene* und dunkelhäutige Mexikaner werden häufig diskriminiert, vor allem in den an die USA angrenzenden Bundesstaaten wie Nuevo Leon. Je weißer, je blonder, je weniger stereotypisch „mexikanisch“ du aussiehst, desto besser.

Indigene Mexikaner werden häufig für weniger gebildet gehalten, für zurückgeblieben, für gefährlich. Indigene Mexikanerinnen gehörten in den Haushalt, könnten höchstens als Reinigungskräfte arbeiten oder als Haushaltshilfen. Diskriminierung der eigenen Bevölkerung: Alltag in Mexiko.

Wie kann man nur die Vielfalt und die Blüte eines Landes so zerstören?

In der mexikanischen Konstitution gibt es Gesetze, die die Gleichstellung und Autonomie der indigenen Bevölkerung gewährleisten sollen. Im Alltag scheinen sie nichts wert zu sein. Viele indigene Mexikaner versuchen deshalb, ihre Herkunft zu verstecken, ihre Kultur nicht auszuleben, um sich dem Idealbild anzupassen.

Genau so geht eine Kultur zugrunde. Wie kann man die Vielfalt und die Blüte eines Landes so zerstören?

*Indigene Mexikaner sind Nachfahren von Erstbesiedlern Mexikos, die von anderen Völkern kolonisiert und vertrieben worden sind. Sie sind, sowohl politisch und wirtschaftlich als auch sozial häufig am Rande der Gesellschaft, und identifzieren sich selbst als indigen. (Quelle: http://www.indigene.de/76.html?&L=1) Angeblich sind 13 Prozent der Mexikaner indigen, davon leben nach offiziellen Angaben über 70 Prozent in Armut.

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