Mexiko: Die zwei aufregendsten Geburtstagspartys meines Lebens

Mexikanische Geburtstagspartys sind unvergesslich – deswegen möchte ich von zwei besonderen erzählen: Meiner eigenen Geburtstagsparty und der Geburtstagsparty einer 15-Jährigen (!). Fotos von den Partys gibt’s nur eins, denn die besten Partys sind die, bei denen man sein Handy gar nicht erst rausholt! 😉

1. Meine mexikanische Geburtstagsparty

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Der harte Kern, der am Ende übrig blieb 😉

Ich liebe Geburtstage – und feierte eine der besten Partys meines Lebens in Mexiko. Ich lebte erst etwa einen Monat in Monterrey, hatte aber schon viele Freundschaften mit Mexikanern geschlossen – und sie bereiteten mir eine unvergessliche Nacht. In dem riesigen Garten der Villa meiner Freundin feierten wir meinen Geburtstag. Etwa zwanzig, dreißig neue Freunde waren eingeladen, die mit mir typisch mexikanisch feierten:

  • Wir tanzten ungezwungen (und wie!) zu Reggaeton und mexikanischer Banda-Musik, tranken Tequila und Cerveza en masse. Bei deutschen Partys macht man sich ja häufig Gedanken, ob wirklich Stimmung aufkommt, ob alle tanzen (oder überhaupt jemand), ob die Gäste sich verstehen. In Mexiko scheint das so einfach – alle sind ausgelassen, quatschen und lachen mit für sie Fremden, tanzen wild und sexy (mit und ohne Alkohol). Irgendwann tanzten die Männer auf einmal einen typisch mexikanischen Folklore-Tanz und alle gingen einfach nur ab, applaudierten und feuerten sie an.
  • Wir veranstalteten eine Chili-Wett-Essen-Kontest, bei dem die Verlierer ihre Oberteile ausziehen mussten (Mexikaner sind da ganz offen 😉 ).
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Meine erste Pinata – als sie noch lebte!

  • Eine Freundin besorgte mir die erste Pinata meines Lebens, die in einer traditionellen Zeremonie abwechselnd von jedem Gast zerhauen wurde. Mit einem Schal wurden meine Augen verbunden und ich wurde 23 Mal (mein Alter, oje) um mich selbst gedreht. Dann sangen alle ein mexikanisches Lied, während ich versuchte, die Pinata zu zerschlagen – was gar nicht so einfach ist, da das Material der Pinata ziemlich hart ist und die Pinata zusätzlich von einem Freund hin- und hergeschwunden wurde. Nachdem eine Strophe vorbei war, durfte einer meiner Gäste sein Glück versuchen. Wir waren leider alle so unbegabt, dass tatsächlich jeder mal schlagen durfte – hat auch Spaß gemacht, etwa eine Stunde lang zu singen und anzufeuern. 😉 Irgendwann war die Pinata dann tatsächlich kaputt – und alle stürzten sich auf die Süßigkeiten, die Ausländern meistens nicht munden – Melonenbonbons mit Chilipulver zum Beispiel…
  • Eine weitere mexikanische Geburtstags-Tradition: Eine Freundin hatte mir einen leckeren Schoko-Käse-Kuchen gekauft, den ich mit strahlenden Augen betrachtete – und in den kurze Zeit später plötzlich mein Gesicht gedrückt wurde. Immerhin war er lecker und ich konnte über diese Kuriosität lachen! 😉
  • Und zwischendurch und durchgängig tanzten wieder alle und hatten einfach Spaß – an diesem Abend war ich einfach sorglos und glücklich. Mit Menschen, die ich erst so kurz kannte, aber die mir schon zeigten, wie gerne sie mich lächeln sehen!

2. Wie eine Party bei Gossip Girl: Der Geburtstag einer 15-Jährigen (Quinceanera)

Was ich an Mexiko besonders liebe: Die Menschen sind sehr offen und laden jemanden schnell zum Abhängen oder zu Partys ein. Eine Freundin lud mich zum Beispiel auf den Geburtstag einer 15-Jährigen (!) ein. Es wurde die größte und glamouröseste Geburtstagsparty meines Lebens.

Bei Frauen in einigen lateinamerikanischen Ländern ist der 15. Geburtstag der wichtigste ihres Lebens. Sie werden endlich zur Frau, heißt es, und feiern die größte Party ihres Lebens – vorausgesetzt sie haben das Geld dafür. Einige Eltern sparen aber jahrelang für diesen Geburtstag ihrer Tochter.

Glamour pur

Die Schwester einer Freundin einer Freundin (…) meiner Freundin hatte also Geburtstag – und in Mexiko sind Familienfeiern meistens so groß, weil eben Freunde Freunde einladen können und diese dann noch weitere Freunde einladen können – und so kam ich zu meinem Glück.

Die Party fand in einer riesigen Halle statt, schon vor dem Eingang tummelten sich lauter Anzugträger, Frauen mit gefühlt meterhohen Absätzen und glitzernden Kleidern. So schicke Kleidung hatte ich bisher nicht einmal auf Hochzeiten gesehen – und das sollte der Geburtstag einer 15-Jährigen sein?

Gästezahl: Über tausend!

Am Eingang bekamen meine Freundin und ich Armbänder, die einerseits eine Art Ticket waren, andererseits zeigen sollten, dass wir Alkohol trinken dürfen. Am Eingang erfuhren wir auch, dass nicht nur eine 15-Jährige ihren Geburtstag feierte, sondern gleich vier. Trotzdem: Die Dimension dieser Party sollte mindestens einer Abschlussparty von vier oder fünf Schulen gleichen.

Die riesige Eingangshalle war mit dutzenden Bäumen, anderen Pflanzen und Lichterketten geschmückt. Überall standen Erwachsene aber auch Kinder von etwa 15, 16 Jahren herum, plauderten, lachten. In der Halle selbst, die auch mit hunderten von Pflanzen an der Decke geschmückt war, tummelten sich tausende (keine Übertreibung) Jugendliche: Die Mädels in ihren schicken kurzen Ballkleidern schwingten sexy ihre Hüften und wollten sichtlich ihren Altersgenossen in Anzügen und Fliege oder Krawatte gefallen. Auf einer Seite der riesigen Tanzfläche gab es ein Snackbuffet mit Süßigkeiten und kleinen Häppchen, auf der anderen Seite gab es einen abgetrennten Bereich für über 18-Jährige.

Der ü18-Bereich

„Hier entlang“, sagte meine Freundin und zog mich in den Bereich, in dem ihre Freundinnen warteten. Hier fragten uns Kellner etwa alle drei Minuten, welchen Cocktail oder welchen Shot wir trinken wollten, reichten uns hier und da unbestellte Shots. Der ü18-Bereich war ein klassischer Fall von „Sehen und Gesehen werden“, die Erwachsenen waren überaus aufgestylt, lästerten und schwätzten über alte Zeiten und Verflossene, tranken ohne Ende und amüsierten sich auf Kosten der Eltern der 15-Jährigen. Ich fühlte mich wie auf einer glamourösen Party bei der Serie Gossip Girl, rief mir aber gleichzeitig immer wieder in Erinnerung: Hier feiern 15-Jährige Geburtstag. Mit tausenden Gästen, die sie größtenteils nicht kennen.

Irgendwann begaben auch wir Erwachsenen uns auf die Tanzfläche, tanzten wie wild und die halbe Nacht hindurch und amüsierten uns. „Happy 15th birthday!“

*Beachte: Ich habe hauptsächlich Zeit mit der Oberschicht der Millionenstadt Monterrey verbracht. Deswegen sind meine Eindrücke natürlich aus dieser gesellschaftlichen Schicht, die nicht unbedingt mit dem Leben der meisten Mexikaner verglichen werden können.

 

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