Ohrid – die Perle Nordmazedoniens

Kristallklares Wasser, malerische orthodoxe Kirchen und ein Blick bis zu den Bergen Albaniens. Die Kleinstadt Ohrid in Nordmazedonien wirkt wie ein kleines, verträumtes Fischerdorf an einem der ältesten Seen der Erde. Ohrid ist ein Ort, von dessen Existenz ich bis vor einigen Wochen nicht einmal wusste – und der mich dann fast dauerhaft zum Lächeln brachte.

Einer der ersten Momente in Ohrid brachte mir zunächst kein Lächeln ein, sondern Herzklopfen. Mehrere tausend Meter über dem Meeresspiegel stand ich, gebunden an einen professionellen Paraglider, auf einem Hügel, die Stadt und den Ohridsee unter mir. „Du rennst los, wenn ich es dir sage. Und hörst nicht auf, selbst wenn wir schon in der Luft sind“, sagte mein Tandempartner kurz vor dem Abflug locker zu mir. Äußerlich locker, innerlich vor Aufregung brodelnd, nickte ich. Gleich sollte ich über Ohrid fliegen, das erste Mal paragliden in meinem Leben.

„Jetzt“, rief der Guide, nachdem die rot-weiße Windhose für ihn ideal für einen Flug durch die Luft geblasen wurde. Meine Beine rannten wie von selbst los, wenige Sekunden später schwebten wir gemeinsam durch die Lüfte – meine Angst war so schnell verflogen, wie wir durch die Lüfte flogen. Ich setzte mich im Gleitschirm zurück, drehte meinen Kopf wie wild immer wieder von rechts nach links, um die Schönheit Nordmazedoniens von oben aufzusaugen – und keine Sekunde dieses Flugs verstreichen zu lassen, ohne verzaubert zu sein.

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Um mich herum erstreckte sich die Bergkette des Nationalparks Galicica, der knapp 360 Quadratkilometer große Ohridsee sowie die Stadt Ohrid selbst. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich laut zu mir selbst sprach, wie wunderschön dieser Ausblick sei und dämlich ins Nichts grinste. Wow, dachte und sagte ich immer wieder. Und das sollte nicht das einzige Mal in Ohrid der Fall sein.

Ein Must-See: Die Kirche des Heiligen Johann von Kaneo

Ohrid war im Mittelalter eines der Zentren des Christentums. Auch die kyrillische Schrift, die auch in Nordmazedonien verwendet wird, soll ihren Ursprung in der Stadt haben – wobei auch Bulgarien den Anspruch darauf erhebt. So oder so strotzt die Stadt nur so vor orthodoxen Kirchen. Besonders die Kirche des Heiligen Johann von Kaneo ist bekannt.

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Die Kirche des heiligen Johann von Kaneo. Foto: kawe

Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont zu, als ich über den Holzsteg am Ufer des Ohridsees in Richtung besagter Kirche ging. Die Sonne blendete mich, ich war schon erschöpft von meinen Erlebnissen des Tages, wollte aber nicht die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt missen. Ich liebe es, geheime Orte in mir fremden Städten zu entdecken, doch manchmal gehören auch die Must-Sees dazu. Als ich die Treppen zu der im 13. Jahrhundert gebauten Kirche hinauflief, taten meine Beine weh, mein Kopf war leer vor Anstrengung. Der Anblick des steinernen, byzantinischen Baus entschädigte mich dann aber für die Strapazen. Ich lächelte wieder mal in Ohrid über beide Ohren und war einfach nur glücklich, in der kleinen Stadt in Nordmazedonien zu sein.

Solche Momente erlebte ich immer wieder während meines Aufenthalts in der nordmazedonischen Stadt. Auf einem Bootstrip fuhr ich über den mal kristallklaren hellblauen, mal königsblauen Ohridsee, der an seinem tiefsten Punkt knapp 300 Meter in die Tiefe reicht. Ich schwamm mit daumenlangen Fischen an Ufern mit Berghängen, an denen einheimische Männer gemütlich zusammen saßen und lachten. Ich lief über eine Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Dorfes auf Holzpfählen namens Bay of Bones, in dem erst vor einigen Jahren alte Tierknochen gefunden wurden, die vermutlich vor Jahrhunderten als Werkzeuge benutzt worden waren. Ich schaute mich in der Stadt mit hunderten von weißen Häusern mit roten Ziegeldächern um, in der an jeder Ecke Perlenschmuck verkauft wird, der nach einer besonderen Rezeptur aus Fischresten gefertigt wird. Bei dieser Tour wurde ich immer von einem begleitet: meinem Lächeln.

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Ich bin im Auftrag vom Dortmund Airport nach Ohrid in Nordmazedonien gereist. Der Reisefilm wird in Kürze veröffentlicht.

 

 

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